Bundestrainer Hansi Flick bittet zur letzten Abstellungsperiode vor der endgültigen Kadernominierung für die Weltmeisterschaft in Katar.
Wer für die Länderspiele am 23. sowie 26. September gegen Ungarn und England ohne Verletzungsgrund nicht nominiert wird, hat nur noch wenig Hoffnung auf eine WM-Teilnahme.
Nicht jede Position ist im Kader von Bundestrainer Flick dabei optimal besetzt. So klafft seit langer Zeit eine große Lücke im Sturm.
Deutschland hatte nach dem Abschied von Miroslav Klose keinen „echten Neuner“ mehr, der über viele Jahre in der Sturmspitze gesetzt und erfolgreich war.
Nominiert Flick einen Stürmer?
Die Vergangenheit hat bereits gezeigt, dass unter der Leitung von Jürgen Klinsmann und Jogi Löw kurz vor einem Turnier gerne eine Überraschung aus dem Hut gezaubert wird.
So war es 2006 David Odonkor, der während der Heim-WM beim letzten Gruppenspiel gegen Polen einen ganz wichtigen Treffer vorgelegt hat.
Ein weiteres Beispiel ist Nils Petersen, der 2018 im vorläufigen Kader für die WM in Russland stand. Allerdings wurde der Stürmer noch vor der endgültigen Nominierung aus dem Aufgebot gestrichen.
SPORT1 nennt vier Überraschungskandidaten, die möglicherweise für die letzten Länderspiele vor der Wüsten-WM nominiert werden.
Niclas Füllkrug (SV Werder Bremen)
Niclas Füllkrug ist mit fünf Treffern in der bisherigen Bundesliga-Saison der treffsicherste deutsche Stürmer. Da Deutschland bislang keinen „echten Neuner“ im Kader hat, spielte sich Füllkrug zuletzt in die WM-Diskussionen hinein.
Werders Profifußball-Leiter, Clemens Fritz, sagte bei der Deichstube: „Ich weiß, dass beim DFB natürlich die Bundesliga verfolgt wird, und daher wird man sich dort Gedanken machen, wer für den Kader nominiert wird. Er ist einfach ein Spieler, der nochmal eine andere Komponente ins Spiel einbringen kann. Wir haben nicht so viele von diesen Mittelstürmern in Deutschland.“
Der Stürmer wollte sich selbst nicht an den Diskussionen beteiligen und erklärte: „Ich rede nicht über mich.“
Grischa Prömel (TSG Hoffenheim)
Der 27-Jährige ist über die vergangenen Jahre hinweg zu einem gestandenen Bundesligaspieler geworden und hat sich zu einem echten Leader entwickelt.
Prömel ist ein klassischer Box-to-Box-Spieler, der auch Qualitäten im Abschluss hat. So erzielte er in er vergangenen Saison von Union Berlin acht Treffer. In der laufenden Spielzeit schoss der Rechtsfuß ein Tor für seinen neuen Arbeitgeber, der TSG 1899 Hoffenheim.
Aber Prömel ist auch eklig gegen den Ball.
So lobte ihn sein einstiger Jugendtrainer aus Hoffenheim und heutiger FC-Bayern-Coach Julian Nagelsmann auf einer Pressekonferenz: „Wir haben entweder den Ball gewonnen oder gefoult. Das war total geil als Trainer. Keine bösen Fouls, aber Grischa Prömel war da Weltklasse in dem Stilmittel.“
Er war in der letzten Saison mit acht Toren maßgeblich am Erfolg von Union Berlin beteiligt und ist im Sommer zu seinem Ausbildungsverein, der TSG 1899 Hoffenheim, gewechselt. In der noch jungen Spielzeit stand er in jeder Partie in der Startelf und schoss einen Treffer sowie steuerte eine Vorlage bei.
Marius Wolf (Borussia Dortmund)
Marius Wolf hat sich aufgrund von starken Leistungen beim BVB in den Vordergrund gespielt.
Der 27-Jährige hat die Veranlagung, die komplette rechte Seite zu bespielen – egal ob offensiv oder defensiv. Genau dort zwickt es noch im Flick-Kader.
Der Bundestrainer hat in der Vergangenheit viele Spieler als Rechtsverteidiger oder als Schienenspieler eingesetzt, doch nur Jonas Hofmann hat überzeugt.
Dahinter wird es im deutschen Kader dünn. Perfekt für die Position wäre Wolf, der zuletzt bei Dortmund stets seinen Offensivdrang unter Beweis gestellt aber auch in der Defensive überzeugt hat.
Wolf ist beim BVB auf der rechten Seite an Thomas Meunier vorbeigezogen und sorgt mit seinem Tempo für ordentlich Gefahr. Dies resultierte bereits in einen Treffer beim 3:1-Auswärtssieg beim SC Freiburg.
Armel Bella Kotchap (FC Southampton)
Der 20-Jährige hat sowohl in der Aufstiegssaison des VfL Bochum als auch in der vergangenen Spielzeit in der Bundesliga überzeugt.
Im Team des Neulings war der Rechtsfuß in der Innenverteidigung gesetzt und hat vor allem in den wichtigen Spielen keine Fehler gemacht.
Seine Leistungen brachten Bella Kotchap auf den Radar ausländischer Vereins, sodass es ihn im Sommer zum FC Southampton in der Premier League zog. Nachdem der Verteidiger im ersten Spiel zunächst auf der Bank saß, war es seit der zweiten Partie gesetzt.
Er glänzt mit seiner robusten Art in der besten Liga der Welt und macht den gegnerischen Stürmern das Leben sehr schwer.
Bella Kotchap ist ein starker Zweikämpfer, der über einen guten Spielaufbau verfügt und darüber hinaus sehr schnell ist.
Für die A-Nationalmannschaft wurde der 20-Jährige noch nie berufen, doch lief in einigen Jugendteams des DFB aus. Derzeit gehört er zum Kader er U21.