Nach Lionel Messi und Neymar gegen Girondins Bordeaux (3:0) vor drei Wochen nun also Sergio Ramos.

Nach seiner Einwechslung am Sonntagabend gegen den FC Lorient (5:1) wurde der ehemalige spanische Nationalspieler bei jeder Ballberührung vom Publikum heftig ausgepfiffen. (DATEN: Die Tabelle der Ligue 1)

Bei seinem Comeback nach einer zweieinhalbmonatigen Pause wegen hartnäckiger Wadenschmerzen hatte er eigentlich einen anderen Empfang erwartet; vor allem, weil er ja bei seinem letzten Einsatz am 24. Januar gegen Stade Reims bejubelt wurde. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Ligue 1)

Pochettino und Leonardo vor dem Aus

„Wir haben jetzt nicht Ramos ausgepfiffen, weil er ständig außer Gefecht ist und viel Geld kostet, sondern weil er als bestes Symbol für diese Transferpolitik der Verantwortlichen taugt, die wir keineswegs teilen“, erklärt Jean-Yves, Dauerkartenbesitzer im Prinzenpark seit 1970, also seit Gründung von PSG.

Auch Messi und Neymar seien „nur noch große Namen, die zwar für etliche Trikot-Verkäufe überall auf der Welt sorgen, aber sportlich PSG keinen Zentimeter weiterbringen“. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Ligue 1)

Vier Wochen nach dem blamablem Aus bei Real Madrid im Achtelfinale der Champions League wollen die Anhänger klare Strukturveränderungen auf allen Ebenen sehen. Seit dem bitteren Abend im Bernabeu hat sich keiner der Bosse zur Zukunft geäußert, weder der Oberboss Tamim bin Hamad Al Thani, noch Präsident Nasser Al-Khelaifi oder Sport-Direktor Leonardo.

Fakt ist bisher nur, dass Al-Khelaifi definitiv im Amt bleiben wird. Dagegen stehen „Leo“ sowie Coach Mauricio Pochettino vor dem Rauswurf. Aber was wird aus Messi und Neymar?

PSG: Eiszeit in der Kabine

Ein knappes halbes Jahr vor der Weltmeisterschaft in Katar scheint ein Abgang bereits in diesem Sommer zu kompliziert – vor allem finanziell – umzusetzen. Es sei denn, der Argentinier und/oder der Brasilianer sind bereit, sich mit einer Abfindung zufrieden zu geben und zu gehen.

„Beide sind rein individuell betrachtet zwei Ausnahme-Spieler, aber bei PSG sind sie nicht bereit nach hinten mitzuhelfen, was elementar wichtig ist, wenn man die Königskasse gewinnen möchte“, meint Ex-PSG-Star David Ginola. „Paris braucht so schnell wie möglich eine klare Strategie, um endlich wie eine eingeschworene Truppe aufzutreten.“

Mit dem jetzigen Kader ist es schlicht unmöglich. Seit dem Aus in der Champions League herrscht betrübte Stimmung am Trainingsgelände Camp des Loges.

Die portugiesisch-südamerikanische Fraktion um Neymar, Messi, Leo Paredes, Danilo Pereira, Angel Di Maria, Keylor Navas und Marquinhos tauscht sich kaum noch mit der französischen Fraktion um Presnel Kimpembe, Abdou Diallo, Kylian Mbappé und Co. aus.

Mbappé-Verlängerung als letzte Chance für PSG?

Das macht den sehr realistischen Abgang von Kylian Mbappé zu Real Madrid noch problematischer, weil der französische Top-Star in seiner aktuellen Verfassung schlicht unersetzlich ist.

Seit vier Monaten befindet er sich in einer herausragenden Form. Ohne ihn stünde PSG mit Sicherheit nicht an der Tabellenspitze der Ligue 1 und er hätte in der Königsklasse wohl nicht mal überwintert.

„Ich habe noch nicht entschieden, wo ich in der kommenden Saison spielen werde“, hat Mbappé Sonntagabend in den Katakomben des Prinzenparks erklärt.

Um die angespannte Stimmung zu drehen, bleibt also nur noch eine Möglichkeit für den PSG-Vorstand: Den Vertrag mit dem Wunderstürmer zu verlängern.