Energie Cottbus hat bei der lang ersehnten Rückkehr in die 2. Fußball-Bundesliga einen hart erkämpften Sieg gefeiert. Im ersten Zweitliga-Match der Lausitzer seit 2014 kam die Mannschaft von Trainer Claus-Dieter Wollitz gegen Hannover 96 mit viel Einsatz und etwas Glück zu einem 3:1 (1:1)-Erfolg. Kapitän Tolcay Cigerci (14./71., Foulelfmeter) und Justin Butler (76.) trafen für den Aufsteiger. Maurice Neubauer (28.) erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich.

Hannover startete mit Kontrolle in das Duell, das wegen technischer Probleme beim Schiedsrichter-Funk mit zehnminütiger Verspätung begonnen hatte. Energie setzte auf Umschaltmomente, wirkte im Ballbesitz jedoch nervös und agierte zu überhastet. Das rächte sich fast: Der neue Torhüter Marcel Lotka, der ansonsten stark parierte, spielte den Ball in den Fuß des Gegners. Der überraschte Lars Gindorf scheiterte dann aber freistehend (10.).

Cottbus effizient, Chancenwucher bei Hannover

Cigercis Freistoß lenkte Mustapha Bundu unhaltbar ab, der Treffer gab Energie aber kaum Sicherheit. Hannover drängte auf den Ausgleich und war mehrfach dicht dran. Kolja Oudenne verpasste die prompte Antwort (15.), 96-Kapitän Stefan Teitur Thordarson scheiterte knapp aus der Distanz (19.), einen Oudenne-Schlenzer lenkte Lotka an die Latte (24.). Neubauer belohnte Hannover mit dem verdienten Ausgleich. Die Niedersachsen blieben auch danach brandgefährlich. Für Cottbus war das Halbzeit-Ergebnis schmeichelhaft.

Nachdem sich der Anpfiff der zweiten Hälfte ebenfalls um knapp zehn Minuten nach hinten verschoben hatte, dieses Mal war im gesamten Stadion der Strom ausgefallen, änderte sich der Spielverlauf. Hannover fehlte die Intensität der ersten Hälfte, war dem zweiten Treffer zunächst dennoch näher. Die Tore gelangen dann aber den zuvor offensivschwachen Lausitzern. 96-Torhüter Pascal Loretz hatte Moritz Hannemann zu Fall gebracht. Cigerci nutzte seine Chance vom Elfmeterpunkt, Butler machte alles klar.

Wollitz trotz Sieg unzufrieden

„Dieses Ergebnis ist, wenn man dieses Spiel sieht, ich will nicht sagen ein Wunder, aber sehr überraschend“, ordnete Trainer Claus-Dieter Wollitz das Spiel nach Abpfiff ein und legte trotz des Sieges den Finger in die Wunde: „Wir haben von der 16. bis zur 45. Minute nicht stattgefunden. Keine Körperlichkeit, weder mit Ball, noch ohne Ball. Aber wenigstens mal ohne Ball hätte ich mir schon gewünscht, bei dem ein oder anderen ein bisschen mehr Intensität.“

Auch sein Gegenüber Christian Tietz sah einen Spielverlauf, der am Ende nicht zum Ergebnis passte: „Fußball kann ein sehr grausames Spiel sein. Und was wir heute leider gemacht haben, das musstest du zur Halbzeit schon mit 7 Toren entschieden haben. Heute hast du das Gefühl gehabt, wir verteilen wirklich mit Weihnachten und Ostern zusammen die Geschenke hier, weil das war ein Spiel, was wir ganz klar für uns entscheiden mussten.“