Fans des Hamburger SV haben den DFB und seinen Präsidenten Bernd Neuendorf während ihres Heimspiels gegen den SV Darmstadt 98 am Sonntagnachmittag scharf kritisiert.
In der zweiten Hälfte wurden in der Ultrakurve zwei Banner hochgehalten, auf denen stand: „Kopf in Infantinos Ar*** – Neuendorf labert Sch***.“
DFB wird für WM in Saudi-Arabien stimmen
Damit beziehen sich die HSV-Anhänger auf die angekündigte Stimmenvergabe des DFB bezüglich der Weltmeisterschaften 2030 und 2034.
Präsident Neuendorf teilte am Freitag in einer Medienrunde mit, dass der Verband bei beiden Vergaben jeweils für die einzigen Bewerbungen stimmen werde – und damit auch für Saudi-Arabien.
Das DFB-Präsidium habe „einstimmig“ beschlossen, „dass wir der Vergabe 2030, aber auch 2034 nach Saudi-Arabien zustimmen werden“, sagte Neuendorf: „Das wurde einhellig so gesehen, es gab keine einzige Stimme, die gesagt hat, dass wir hier falsch unterwegs sind. Die Entscheidung wird vom gesamten Verband unterstützt.“
Die Vergabe an Saudi-Arabien gilt als Formsache. Über die WM 2034 wird „en bloc“ mit dem Turnier 2030 entschieden – dem Vernehmen nach per Akklamation. Sollte der DFB also Saudi-Arabien die Zustimmung verweigern, würde er damit automatisch der Bewerbung seiner UEFA-Partner Spanien und Portugal mit Marokko, Uruguay, Argentinien und Paraguay für das Turnier vier Jahre vorher eine Absage erteilen.
Turniervergabe am Mittwoch
Auf dieses Verfahren hatte sich das FIFA-Council um Neuendorf, der in dem Gremium jährlich 250.000 US-Dollar erhält, im Oktober einstimmig verständigt. Kritiker sehen die Doppelvergabe als Abkehr von den Reformen, die infolge des FIFA-Skandals 2015 eingeführt worden waren.
Die Turniere werden am kommenden Mittwoch auf einem digitalen Kongress des Weltverbandes FIFA vergeben.
—–
Mit Sport-Informations-Dienst (SID)