WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli drückt der Formel 1 auch in Spa-Francorchamps bislang seinen Stempel auf. Der Mercedes-Pilot geht beim Großen Preis von Belgien am Sonntag (15.00 Uhr/RTL und Sky) zum sechsten Mal von der Pole Position ins Rennen. In den Ardennen haben die Fahrer mal wieder mit ihren Batterien zu kämpfen – ein Ausblick auf den zehnten Grand Prix der Saison.

STATISTIK: Vier seiner fünf Pole Positions wandelte Kimi Antonelli in einen Sieg um. Einzig in Silverstone klappte es, auch wegen eines Defekts, nicht. In Belgien will der WM-Spitzenreiter seinen zuletzt auf 25 Punkte geschrumpften Vorsprung wieder ausbauen. Mit dem Italiener kann derzeit eigentlich niemand mithalten. Aber: In den letzten vier Rennen auf der Ardennen-Achterbahn konnte der Polesetter nicht gewinnen. Auch Teamchef Toto Wolff warnte, auf der langen ersten Gerade sei alles offen „wie ein Scheunentor“.

RÜCKSPIEGEL: Glaubt man den Worten von Max Verstappen allerdings, kriegt Antonelli immerhin vom Niederländer keinen Druck. Er wolle sein eigenes Rennen fahren, sagte Verstappen, der von Position zwei startet. Keine Attacke nach vorne also? Er werde eher damit beschäftigt sein, in die Rückspiegel zu schauen, so Verstappen. Schließlich war er nur dank des XXL-Windschattens von Teamkollege Isack Hadjar in die erste Startreihe vorgefahren. Hinter ihm starten George Russell, Charles Leclerc und Lewis Hamilton.

ZURÜCK, BITTE: Lando Norris wusste nicht so recht, was er fühlen sollte. „Es ist schön, hier zu stehen – nur nicht so schön zu wissen, dass ich zehn Plätze zurück muss“, sagte der Brite nach Platz drei im Qualifying. Wegen neu verbauter Teile muss er von Platz 13 starten. Damit ist er nicht alleine. Auch Hadjar sowie die Aston-Martin-Piloten Lance Stroll und Fernando Alonso kassierten Startplatzstrafen. Sie starten von den letzten drei Positionen ins Rennen – wobei die beiden Aston Martin auch auf der Strecke schon nicht konkurrenzfähig waren.

SAFT: Spa-Francorchamps ist mit 7,004 Kilometern die längste Strecke im Saisonkalender. Aufgrund der vielen und langen Vollgas-Abschnitte dürfte das Rennen einmal mehr vom Energiemanagement geprägt sein. „Auf einer Runde ist unsere Batterie drei Mal leer“, sagte Alpine-Geschäftsführer Steve Nielsen und auch Haas-Pilot Oliver Bearman beklagte ein eingetretenes „Worst-Case-Szenario“. Schon in Silverstone hatten die Teams mit den Batterien zu kämpfen, am Rennsonntag in Belgien verschärft sich das Problem erneut. „Es ist ein anderes Spa, aber ich habe mich mental darauf eingestellt“, sagte Verstappen.

LES FAGNES: Die Kombination der Kurven 12 und 13 war in der Vergangenheit selten Thema. 2026 haben die Fahrer hier plötzlich Probleme. Am Freitag verlor Pierre Gasly die Kontrolle über seinen Alpine, am Samstag Lewis Hamilton im Ferrari. Beide Unfälle sahen nahezu deckungsgleich aus. Gasly erklärte, er habe „großes Übersteuern“ gehabt. Für das Rennen dürften alle Piloten gewarnt sein.