Der Große Preis von Monaco war in den vergangenen Jahren oftmals ein Langweiler, auf der engen Strecke konnte man kaum überholen. Dies könnte sich dank der neuen, schmaleren Autos ändern. Geht es ähnlich eng zu wie im Qualifying, dürfte dieses sechste Formel-1-Saisonrennen im Fürstentum extrem spannend werden. Dabei wie immer im Fokus: Überflieger Kimi Antonelli, der auch unter großem Druck seine Extraklasse bewies. Dies und mehr im Ausblick auf das Grand Prix von Monaco.
GENERATIONEN: Mercedes-Teamchef Toto Wolff war so begeistert, dass er sich zu einem sehr großen Vergleich hinreißen ließ. Sein Fahrer Kimi Antonelli hatte soeben die Pole Position vor Ex-Champion Max Verstappen und Rekordweltmeister Lewis Hamilton geholt, da sprach Wolff von „drei Generationen“. Doch während der Niederländer Verstappen (viermal Weltmeister) und der Engländer Hamilton (siebenmal) bereits bewiesen haben, dass sie das Zeug zum Weltmeister haben, muss Teenager Antonelli sein unbestritten riesiges Potenzial weiter abrufen. Trotzdem: Die Art und Weise, wie Antonelli die Pole Position holte und sich gegen die Superstars durchsetzte, war beeindruckend. Hält er diese Form, ist er ein ganz heißer Kandidat auf den Titel.
ABGEMELDET: Das wird auch George Russell so sehen, wenn er die Dinge nüchtern betrachtet. Doch das dürfte dem Engländer nicht so leicht fallen, schließlich ist er ja der deutlich erfahrenere Fahrer bei Mercedes. Nur: Mit Antonelli kann er derzeit einfach nicht mithalten. Nach Russells Auftaktsieg in Australien gewann Antonelli viermal nacheinander. Am Sonntag startet Russell als Sechster weit hinten, das gesamte Wochenende lief überhaupt nicht nach seinem Geschmack.
GLAMOUR: Bei jeder Gelegenheit blendete die Weltregie Kim Kardashian ein. Die US-Amerikanerin ist die neue Frau an der Seite von Lewis Hamilton, und natürlich ließ sie sich den Auftritt an der Côte d’Azur nicht nehmen. Auch am Sonntag wird Kardashian ihrem Lewis die Daumen drücken: Hamilton hofft ab 15.00 Uhr (Sky und RTL) auf seinen ersten Sieg für Ferrari.
DÄMPFER: Nach den Eindrücken des Freitags hätte man gut und gerne auf Hamilton oder Charles Leclerc im zweiten Ferrari wetten können, doch die Konkurrenz hat aufgeholt und war in den entscheidenden Momenten nun gar schneller. Woran das lag, konnte Hamilton nicht sagen, das Team müsse weiter arbeiten, um noch ein paar Prozent herauszukitzeln. Ob und inwiefern Teamchef Fred Vasseur dabei mitwirken kann, ist offen. Der Franzose war am Samstagmorgen ins Krankenhaus gekommen und wird dort überwacht. Weitere Informationen zum Zustand des 58-Jährigen gab es nicht.
JUBILÄUM: Die 1000 ist eine stolze Zahl, doch beim Jubiläums-Grand-Prix läuft es für die Konstrukteursweltmeister von McLaren nicht rund. Nur die Startplätze sieben und acht sprangen für Oscar Piastri und Weltmeister Lando Norris heraus. McLaren ist derzeit nur vierte Kraft hinter Mercedes, Ferrari und Red Bull. Auch im Rennen ist ein Platz auf dem Podium nahezu ausgeschlossen, doch auf der engen und komplizierten Strecke kann jederzeit Chaos ausbrechen.
SICHERHEIT: Damit dies nicht passiert, hat die Formel 1 eigens für Monaco ihre Regeln angepasst. Die neuen Formel-1-Autos beschleunigen rasant, daher wurde die Elektrokomponente eingebremst, um zu hohe Geschwindigkeiten zu vermeiden. Die volle Elektroleistung dürfen die Autos nur bei Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h nutzen, danach muss sie reduziert werden. Ab 300 km/h herrscht ein Batterie-Verbot.