Sprechen wollte er nach seinem Auftritt nicht. Mit gesenktem Kopf schlurfte Leroy Sané aus dem Soldier Field in Richtung Mannschaftsbus. Dabei hätte er allen Grund zur Freude gehabt: Mit seinem Tor sorgt er dafür, dass die DFB-Elf trotz noch einiger Luft nach oben mit einem positiven Gefühl ins Turnier gehen kann.

Dazu kommt, dass er von der Abreise von Lennart Karl profitiert. Obwohl auch bei Sané gegen die USA nicht alles rund lief und viele Fans – wie so oft bei dem Ex-Bayern-Spieler – zunächst über seine Leistung fluchten, bleibt eine Erkenntnis: Sané muss von Beginn an spielen!

Leroy Sané hat gegen die USA mit einem Tor gepunktet
Leroy Sané hat gegen die USA mit einem Tor gepunktetLeroy Sané hat gegen die USA mit einem Tor gepunktet© SPORT1-Grafik / IMAGO / Ulmer/Teamfoto

Leroy Sané macht gegen die USA den Unterschied

Gegen die USA schaffte er es, aus wenigen Gelegenheiten und trotz fehlender spielerischer Kontrolle des DFB-Teams den Unterschied zu machen. Auch wenn er den Ball bei seinem Treffer nicht perfekt traf: Tor ist Tor. Und genau darum wird es auch bei diesem Turnier gehen.

Daran ändert sich auch dadurch nichts, dass er ab der 20. Minute bis zu seinem Treffer nahezu komplett untertauchte. Die hochgelobten Zauberer um Florian Wirtz und Jamal Musiala konnten dem Spiel diesmal ebenfalls nicht ihren Stempel aufdrücken.

Allein auf Kai Havertz als personifizierte Torgefahr zu setzen, wäre daher vermessen. Die Lösung lautet also mitunter: Sané.

Karl war auf dem besten Weg, Sané den Rang abzulaufen

Dass der Galatasaray-Profi von Beginn an spielen muss, liegt dabei aber nicht nur an ihm selbst. Karls Verletzung spielt ihm in die Karten. Denn der Youngster war auf dem besten Weg, Sané den Rang abzulaufen und ihn endgültig zu verdrängen.

Etwas überraschend nominierte Julian Nagelsmann den 20-jährigen Assan Ouedraogo nach, der ein anderes Profil als Karl oder Sané aufweist. Das führt zwangsläufig dazu, dass Sané in der ersten Elf inzwischen nahezu alternativlos und damit unverzichtbar ist.

Maxi Beier, der ohnehin eher auf der linken Seite zuhause ist, und Jamie Leweling dürften weiterhin vor allem als Impulsgeber von der Bank gefragt sein. Und die Wahrscheinlichkeit, dass der Bundestrainer Deniz Undav in die Spitze beordert und dafür Kai Havertz auf den rechten Flügel schiebt, erscheint aktuell gering.

Nagelsmann stärkt Sané – weicht aber von seinen eigenen Maßstäben ab

Es liegt deshalb auch ganz klar an Nagelsmann, dass Sané seine Position nun festigen kann. Schon in den vergangenen Wochen und Monaten setzte der Bundestrainer konsequent auf ihn, stärkte ihm in jeder Situation den Rücken und wich dabei – übrigens nicht zum ersten Mal – von seinen eigenen Maßstäben ab, wonach er bessere Statistiken von Sané forderte.

Es ist nicht zu übersehen: Trotz allen Gegenwinds der Sané-Kritiker hält Nagelsmann extrem viel von ihm. Auch weil er weiß, dass Sané aus wenig viel machen kann. Und damit fährt der Bundestrainer aktuell goldrichtig.

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