Es ist bei jedem WM-Spiel das immer gleiche Prozedere. Nach gut 20 Minuten beginnt eine dreiminütige Trinkpause. Ob die Partie dabei in einem klimatisierten Stadion oder einer Freiluftarena bei 35 Grad steigt, spielt keine Rolle.
Die Unterbrechung der jeweiligen Halbzeit ist eines der Aufregerthemen dieser Endrunde. Auch Leverkusen-Profi Robert Andrich, der von Bundestrainer Julian Nagelsmann nicht nominiert wurde und bei der WM als TV-Experte für Magenta TV dabei ist, hat eine klare Meinung dazu.
„Wer nicht ganz doof ist, weiß ja, dass das auch mit viel mit Werbung und Sponsoren zu tun hat. Wenn von drei Minuten zwei Minuten Werbung geschaltet werden, dann gehört das irgendwo jetzt dazu – und es ist auch völlig okay“, konstatierte er auf SPORT1-Nachfrage in einer Medienrunde.
Gleiche Trinkpause-Regeln für alle
Für Andrich ist klar: Zwar macht es einen „Riesenunterschied“, ob bei 35 oder 22 Grad gespielt wird, gleiche Regeln muss es aber dennoch geben.
Rein sportlich empfindet der Mittelfeldspieler die Unterbrechung als „eine Art Auszeit“, in der Anpassungen vorgenommen werden können.
„Wenn der Gegner die ersten 22 Minuten komplett anders als erwartet gespielt hat, kriegst du es auf dem Platz vielleicht nicht hin und musst aber nicht bis zur Halbzeit warten, um Änderungen vorzunehmen.“
Andrich sieht positive Effekte
Dass die Trinkpausen durchaus einen Bruch ins Spiel bringen können, positiv wie negativ, konnte Andrich bereits mehrfach beobachten. So habe es Teams gegeben, die durch die Unterbrechung „aus dem Flow rausgekommen sind“.
Generell könnten Mannschaften aber durch Anweisungen in dieser Zeit „das Spiel direkt verändern, wenn sie nur ein, zwei kleine Stellschrauben oder Anlaufwege“ anpassen: „Wenn es für beide Seiten gilt, dann kann das sportlich mehr helfen anstatt zu schaden.“