Am Samstag ist es endlich so weit, dann starten in den USA die NBA-Playoffs. 16 Teams kämpfen um die Meisterschaft in der besten Basketball-Liga der Welt.
Manche Teams stehen dabei mehr unter Druck als andere. Topfavoriten müssen liefern, Underdogs freuen sich dagegen, überhaupt dabei zu sein. Dies gilt natürlich auch für die Spieler.
So gibt es einige Akteure, deren Vermächtnis auf dem Spiel steht, wenn sie ihre glorreichen Karrieren nicht endlich mit einem Titel krönen. Oder solche, die eine weitere Meisterschaft brauchen, um ihre Legacy zu zementieren.
SPORT1 stellt sie vor.
Joel Embiid und James Harden
Wenn nicht jetzt, wann dann? Besser könnte man die Situation bei den Philadelphia 76ers wohl nicht beschreiben. Schon seit Jahren gehört Philly zu den Titel-Contendern, geklappt hat es bislang aber nicht. Mehr noch: Es gelang noch nicht einmal der Einzug in die Conference Finals.
Dabei hat es an guten Spielern nicht gemangelt. In der Vergangenheit versuchten sich Joel Embiid und Ben Simmons, der damals noch vor allem defensiv zu glänzen wusste – inzwischen heißt das Superstar-Duo Embiid und James Harden. Beides Ausnahmekönner ihrer Zunft – und beide ohne Titel.
Embiid, heißer Anwärter auf den MVP-Titel, steht seit seinem Draft 2014 in der Stadt der brüderlichen Liebe auf dem Parkett. Bislang waren seine Playoff-Erfahrungen aber vor allem von Verletzungen geprägt. Sein Potenzial konnte er deshalb nie wirklich entfalten, zu oft wurde er von seinem Körper ausgebremst.
Bei Kollege Harden liegt der Fall anders. Die Sixers sind bereits das vierte NBA-Team von „The Beard“. Bei seinen bisherigen Stationen – OKC, Rockets und Nets – tauchte er in der entscheidenden Saisonphase jedoch zumeist unter.
All das soll und darf in den kommenden Wochen nicht passieren, wenn die 76ers um den Titel kämpfen wollen.
Die Vorzeichen sind gut. Mit den Nets wartet nach dem Abgang von Irving und Durant ein schlagbarer Gegner in der ersten Playoff-Runde. Zudem ist Embiid endlich das, was er seit Jahren in der Postseason sein sollte: Er ist fit.
Erst vor wenigen Tagen schenkte er den Celtics 52 Punkte ein. Auch die restlichen Sixers-Spieler sind gut drauf und im Flow. Jetzt müssen die beiden Superstars nur zeigen, dass sie auch in den Do-or-Die-Spielen abliefern können.
Nikola Jokic
Diesen Druck dürfte auch ein anderer Spieler besonders spüren. Die Rede ist von Nikola Jokic. In den vergangenen beiden Jahren wurde er jeweils zum MVP gewählt, auch in dieser Saison zählt er neben Embiid und Giannis Antetokounmpo zu den Favoriten.
Doch so schön individuelle Auszeichnungen für Mannschaftssportler sein mögen, am Ende zählen nur Meisterschaften – das wusste auch schon Dirk Nowitzki.
Der Anführer der Denver Nuggets wartet noch auf seinen ersten NBA-Titel. In den zurückliegenden Jahren waren seine Leistungen in den Playoffs nicht immer berauschend, stattdessen wurden oft seine defensive Schwächen offenbart.
Gewiss: Die für einen Titel nötige Unterstützung hatte er aufgrund verletzter Mitspieler wahrlich nicht vollumfänglich, doch das ist dieses Mal eben anders.
Als bestes Team der Regular Season in der Western Conference gehen die Nuggets in die Postseason. Ausreden gibt es für die topgesetzte Franchise um Jokic damit keine mehr.
Kevin Durant
Er hat es schon geschafft, sogar zweimal! 2017 und 2018 wurde Kevin Durant NBA-Champion. Bei den Golden State Warriors war er damals aber nicht der einzige Superstar. Vielmehr war er eingebettet in ein ganzes Ensemble, allen voran Steph Curry.
Im vergangenen Jahr musste sich Durant daher saftige Kritik von NBA-Legende Charles Barkley gefallen lassen. Seine Meinung: Der 34-Jährige sei wie ein Beifahrer in einem Bus, der nur einsteigt – beziehungsweise sich in seinem Fall einem Team anschließt, wenn dieses Titel holen kann.
Wird Durant jetzt endlich vom Beifahrer zum Busfahrer?
Es muss erwähnt werden, dass auch die Phoenix Suns ordentlich Star-Power haben und die Vorwürfe bleiben bis zu einem gewissen Grad auch bei seiner aktuellen Franchise bestehen bleiben werden.
Anders als zu Zeiten als Teamkollege von Curry ist Durant nun aber trotz eines Devin Bookers die klare Nummer 1 im Team, der im Kampf um den Titel vorangehen muss. Daher würde ein weiterer Titel auch seiner Legacy enorm helfen.
Chris Paul
Zwölfmal wurde Chris Paul in das All-Star-Team der NBA gewählt. Unzählige Auszeichnungen pflastern die Karriere des „Point God“. Die größte Auszeichnung, die Meisterschaft, fehlt ihm aber auch noch im Alter von inzwischen 37 Jahren.
Dass er einer der besten Spielmacher der Geschichte ist, dürfte wohl kaum ein Basketball-Fan bestreiten. Um sich einen speziellen Platz in den Geschichtsbüchern zu verdienen, braucht es aber dennoch Titel – wenigstens einen.
Als viertbestes Team haben die Phoenix Suns die Regular Season im Westen abgeschlossen. Nun warten die gefährlichen Los Angeles Clippers.
Mit einem Team um Durant oder Booker hat Paul jedoch die Chance für den ganz großen Wurf – womöglich seine letzte. Denn Paul hat in dieser Saison eindeutig einen Schritt verloren, kann aber zumindest noch als Dirigent ein Team führen.
LeBron James
Vier Meistertitel hat King James schon. Braucht es da wirklich noch einen fünften? Will man wie LeBron in der GOAT-Diskussion Michael Jordan entthronen, definitiv. Dieser hat sechs Meistertitel und die makellose Finals-Bilanz von 6:0.
Makellos kriegt James seine Bilanz zwar nicht mehr, dafür hat er aber Bestwerte wie die meisten Punkte aller Spieler auf seine Seite. Dennoch fehlt für viele noch etwas, um Jordan ablösen zu können. Ein Meistertitel aus vermeintlich aussichtsloser Situation würde dabei sicher helfen.
Denn die Lakers drohten auch aufgrund von Verletzungen von James sowie Co-Superstar Anthony Davis zwischenzeitlich sogar die Playoffs zu verpassen. Doch nach einem starken Endspurt wird dem Team im Westen plötzlich wieder alles zugetraut – trotz einer schwachen Vorstellung im Play-in-Duell mit Minnesota.
Mit den Memphis Grizzlies wartet aber direkt keine leichte Aufgabe für das Team um James und den deutschen Nationalspieler Dennis Schröder.