Wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte. Wer im Fall Diomande (der Leipziger steht dem Vernehmen nach kurz vor einem Wechsel zu Real Madrid) der Zweite beziehungsweise der Dritte ist, lässt sich nur schwer aufdröseln. Fakt ist aber: Im Falle eines Wechsels dürfte sich Leipzig über eine gigantische Ablösesumme freuen und Real einen der spannendsten Offensivspieler der vergangenen Bundesliga-Saison bekommen.

PSG hingegen gehört nach dem Ausstieg aus dem Poker definitiv zu den Streithähnen. Die Pariser sind nach dem geplatzten Deal unzufrieden, gelinde gesagt. (NEWS: Alles zum Transfermarkt im SPORT1-Transferticker)

PSG schimpft wegen Yan Diomande! „Völlig unverhältnismäßig und unrealistisch“

„PSG hat heute Abend offiziell sein Interesse und seine Angebote für Yan Diomande zurückgezogen“, erklärte der Champions-League-Sieger dem Sportsender Sky am Sonntag. „Die geforderten Ablösesummen und Gehaltsforderungen waren völlig unverhältnismäßig und unrealistisch – und PSG wird nicht von seinen Grundsätzen einer rationalen Finanzpolitik und eines ausgewogenen Kaders abweichen.“

Der mögliche Wechsel von Yan Diomande sorgt bei PSG für großen Ärger
Der mögliche Wechsel von Yan Diomande sorgt bei PSG für großen ÄrgerDer mögliche Wechsel von Yan Diomande sorgt bei PSG für großen Ärger© IMAGO/motivio

Wie die französische Sportzeitung L’Équipe wissen will, waren sich PSG und die Spielerseite bereits vor Monaten über einen Wechsel des Youngsters einig geworden. Diomandes Berater seien bereits im Prinzenpark vorstellig geworden.

RB Leipzig: Diomande vor 130-Millionen-Wechsel zu Real Madrid

Auf der Zielgeraden der Sommervorbereitung sei nun aber Real Madrid noch dazwischengegrätscht und stehe wohl kurz davor, den Ivorer nun doch in die spanische statt in die französische Hauptstadt zu lotsen.

Und das für eine stattliche Summe. Wie das französische Sportblatt schreibt, seien die Pariser Verantwortlichen nach Forderungen von über 130 Millionen Euro von ihrem Vorhaben abgewichen.

„Am Ende wollten sie wahnsinnige Summen für einen Spieler, der zwar Potenzial hat, aber vor einem Jahr noch in der spanischen Segunda División gespielt hat. Wir werden nicht tief in die Tasche greifen und von unserer Politik abweichen, nur weil ein Verein mit großem Tamtam auftaucht“, wird in diesem Zusammenhang eine nicht näher benannte Quelle zitiert.

Undurchsichtige Beraterstrukturen bei Diomande

Diese hohen Summen setzen sich im modernen Fußball längst nicht mehr nur aus reinen Ablöse- oder Gehaltszahlungen zusammen. Immer wieder ist von möglichen Handgeldern für die Spieler und Beraterprovisionen zu lesen, die das Gesamtpaket letztlich noch einmal merklich anschwellen lassen.

Die komplizierte Situation um die Spielerberater des 19-Jährigen erschwerte die Verhandlungen für die Pariser zusätzlich. Im Februar stellte die international agierende Berateragentur „Roc Nation“ den Flügelstürmer offiziell als neuen Klienten vor. Sein voriger Berater Max Gradel, seines Zeichens Ex-Kapitän der Elfenbeinküste, zeigte sich darüber verwundert.

„Wir sind überrascht zu erfahren, dass der Spieler Yan Diomande, der weiterhin vertraglich an unsere Agentur gebunden ist, ohne vorherige Information, Konsultation oder Benachrichtigung angeblich einen Vertrag mit einer anderen Struktur unterzeichnet hat – in klarer Verletzung der Verpflichtungen, die sich aus unserem Vertragsverhältnis ergeben“, teilte Gradel mit.

Bei seinem Wechsel nach Sachsen vor einem Jahr war zudem auch noch der deutsche Spielerberater Wolfgang Meier involviert. Viele Meinungen also, die am großen Tisch mitreden möchten.

Starke Debütsaison in der Bundesliga

Auch zwischen dem Spieler und seinem Noch-Arbeitgeber herrschte bis zuletzt Uneinigkeit. „Ich gehe natürlich davon aus, dass ich den Verein verlassen werde“, sagte Diomande während der WM.

„Yan Diomande spielt nächstes Jahr für RB Leipzig. Und davon rücken wir auch nicht ab“, entgegnete Leipzigs Sportchef Marcel Schäfer im Bild-Interview.

Sollte der Wechsel nun tatsächlich über die Bühne gehen, verliert RB seinen Shootingstar der abgelaufenen Saison. In seinem ersten Bundesliga-Jahr gelangen ihm in 33 Spielen prompt 21 Torbeteiligungen.