Ein Land steht kopf: Die wie entfesselt aufspielende Schweiz greift in der Heimat nach dem ersehnten ersten Titel bei einer Eishockey-WM. Der Gastgeber ließ dem Überraschungsteam aus Norwegen beim 6:0 (1:0, 3:0, 2:0) im Halbfinale in Zürich keine Chance. Im Endspiel kommt es nun zum Duell mit dem Olympia-Dritten Finnland, der Rekordsieger Kanada um Superstar Sidney Crosby mit 4:2 (1:2, 3:0, 0:0) bezwang.

Christoph Bertschy (18.), Denis Malgin (25.), Ken Jäger (33.), Damien Riat (37.), NHL-Stürmer Nico Hischier (45.) und Theo Rochette (58.) trafen für die Schweizer. Nach den Niederlagen gegen Tschechien 2024 und die USA im vergangenen Jahr soll es diesmal im eigenen Land mit der Goldmedaille klappen. Das zweite Duell mit den Finnen, gegen die die Eidgenossen in der Vorrunde mit 4:2 gewonnen hatten, steigt am Sonntagabend (20.20 Uhr).

Die Schweiz macht es im Halbfinale deutlich
Die Schweiz macht es im Halbfinale deutlichDie Schweiz macht es im Halbfinale deutlich© AFP/SID/FABRICE COFFRINI

Patrik Puistola (4.) brachte Finnland früh in Führung, dann drehten die Kanadier die Partie: Robert Thomas (9.) und Dylan Holloway (15.) trafen. Im Mittelabschnitt spielten die Nordeuropäer furios auf. NHL-Star Aleksander Barkov (21.), Konsta Helenius (32.) und Aatu Räty (33.) stellten die Partie auf den Kopf.

Die Ahornblätter, die zuletzt 2023 gegen Deutschland den Titel geholt hatten, fanden gegen defensivstarke Finnen keine Antwort mehr. Nach dem verlorenen Olympia-Finale gegen den Erzrivalen USA setzte es die nächste Enttäuschung für das Eishockey-Mutterland.

Die Euphorie in der Schweiz kennt keine Grenzen. Die Fans sehnen die Titelpremiere herbei, nachdem die Eidgenossen zuletzt zwei bittere Finalniederlagen nacheinander hinnehmen mussten. Im Endspiel stößt auch wieder NHL-Profi Timo Meier zum Team, der nach einem Kniecheck im Viertelfinale gegen die tapferen Norweger gesperrt aussetzen musste.

Die Schweiz ließ gegen Norwegen nur wenige Zweifel aufkommen, die Skandinavier können ihr Märchen aber noch mit Platz drei vollenden. Das Spiel um Bronze findet vor dem Finale am Sonntag statt (15.30 Uhr).

In der Gruppenphase hatte der Außenseiter Kanada beim 5:6 nach Verlängerung bereits am Rande der Niederlage. Anschließend zogen die Norweger erstmals ins Halbfinale ein, die beste Platzierung bei einer WM ist Rang vier aus dem Jahr 1951. Vor allem der DEL-Torhüter Henrik Haukeland zeigt bislang überragende Leistungen, die Niederlage gegen die Schweiz konnte aber auch der Straubinger nicht verhindern.