Die Trainingsleistungen sind erfolgversprechend, der Spaß am Weitsprung ist zurück – und Malaika Mihambo noch lange nicht satt. „Wenn alles in der Kette von Anlauf bis Absprung und Landung klappt, kann es ein Wahnsinnssprung werden“, sagte die 32-Jährige vor ihrer EM-Titelmission voller Selbstvertrauen der SportBild: „Die Hausaufgaben sind gemacht. Jetzt muss ich sie nur noch bei der EM in Schönschrift abliefern. Da ist einfach so viel Potenzial vorhanden.“
Im Training habe die Olympiasiegerin von 2021 „in diesem Jahr sehr viele neue Bestleistungen“ aufgestellt, dazu habe sie „auch das Gefühl, dass mir Weitsprung wieder sehr viel Spaß bringt.“ Die Kombination soll sie nun zu ihrem dritten EM-Titel tragen. Los geht es am Samstag (12.50 Uhr) mit der Qualifikation, ehe am Sonntagabend zum Abschluss der Wettkämpfe in Birmingham das Finale ansteht.
Vor zwei Jahren hatte Mihambo bei der EM in Rom für die einzige Goldmedaille des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) gesorgt. Die Konkurrenz – auch im eigenen Team – ist allerdings stärker geworden. Zuletzt landete Mihambo bei den Deutschen Meisterschaften Ende Juli in Bochum hinter Mikaelle Assani. Und auch bei der WM 2025 in Tokio hatte es „nur“ zu Silber gereicht.
Mihambo hat Olympische Spiele 2028 im Blick
In Japan sei sie „im letzten Versuch so weit gesprungen wie noch nie in meinem Leben“, sagte Mihambo der Welt: „Seitdem weiß ich sicher: Ich kann noch mehr. Und ich weiß auch, dass mein Körper noch bereit ist, mehr zu geben.“ Mihambos Bestweite liegt seit dem WM-Titel 2019 in Doha bei 7,30 m. Der letzte Sprung in Tokio sei zwar ungültig gewesen, aber auch „eine unheimliche Motivation. […] Dadurch habe ich etwas, wofür ich kämpfen muss“, sagte sie.
Neben ihrem dritten EM-Gold hat Mihambo längst auch schon die Olympischen Spiele 2028 im Blick, nach aktuellem Stand sollen diese den Abschluss ihrer sportlichen Laufbahn bilden. „Dann bin ich 34 und eigentlich immer noch recht jung, aber ich finde, man sollte dann auch irgendwann die Karriere beenden und lieber gehen, wenn es am schönsten ist“, sagte Mihambo.
Vor Birmingham aber denkt die dreimalige „Sportlerin des Jahres“ noch nicht an Abschied. Nach schwierigen Jahren mit Schmerzen und Zweifeln ist die Lust auf ihren Sport zurück. Und mit ihr die Hoffnung auf den nächsten großen Sprung.