Das deutsche Aufgebot für die Schwimm-EM ist mit großen Ambitionen nach Paris gereist. Nach den Erfolgen der vergangenen Jahre soll so manche Medaille bei den Wettkämpfen, die am heutigen Freitag beginnen, herausspringen.
Man hoffe auf eine „zweistellige“ Ausbeute, sagte DSV-Sportvorstand Christian Hansmann vor dem Auftakt. Bei der Europameisterschaft 2022 hatte Deutschland achtmal Edelmetall eingefahren.
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Geschwommen wird vom 31. Juli bis zum 16. August, sowohl im Becken wie auch im Freiwasser. Dazu kommen die Wettkämpfe im Wasserspringen.
Schwimm-EM: Hier könnte es die ersten deutschen Medaillen geben
Die EM beginnt am Freitag (15.00 Uhr) mit dem Mixed-Team-Wettkampf im Wasserspringen, bei dem die deutsche Mannschaft um Moritz Wesemann und Lena Hentschel gleich aufs Podest will – im Vorjahr gab es Silber.
Danach hat Klara Bleyer im Synchronschwimmen ihren ersten Auftritt – im Duett mit ihrer neuen Partnerin Maria Denisov steht das technische Programm an (18.00 Uhr). Da ist die 22 Jahre alte Außenseiterin ebenso am Samstag im freien Duett.
Goldkandidatin ist die Bochumerin aber am 3. August – als Titelverteidigerin und Weltcupsiegerin im freien Solo.
Wie stehen die Chancen von Wellbrock bei Schwimm-EM 2026?
Zwei Jahre nach seinem Olympiadebakel tritt der Tokio-Sieger Florian Wellbrock als aktueller Weltmeister in allen vier Freiwasserdisziplinen an.
Doch die Saison lief überhaupt nicht nach Plan, und der 28-Jährige ist eher pessimistisch. „Richtung europäische Spitze fehlt da momentan einiges“, sagt Wellbrock, „die Medaillenhoffnungen sind auf ein Minimum zurückgeschraubt.“ Positive Erinnerungen an die Seine hat der Olympiazweite Oliver Klemet, der 24-Jährige zählt sich „auf jeder Strecke zu den Medaillenkandidaten“.
Neben den olympischen zehn Kilometern gehören auch die halbe Distanz sowie der Knockout-Sprint, bei dem auch die 1500-m-Olympiadritte Isabel Gose und 800-m-Europarekordler Johannes Liebmann an den Start gehen, und die Staffel zum EM-Programm.
Märtens will EM-Titel einfahren
Lukas Märtens kehrt als Olympiasieger über 400 m Freistil nach Paris zurück, inzwischen ist er auch Weltmeister und Weltrekordler auf dieser Strecke. Den EM-Titel, den er schon 2022 in Rom gewann, hätte er gerne noch dazu.
Die stärkste Konkurrenz kommt aus der eigenen Magdeburger Trainingsgruppe: Klemet ist in Europa in diesem Jahr die Nummer zwei hinter Märtens, der erst 19-jährige Liebmann die Nummer drei. Außerdem hat Märtens die 200 m im Blick, „da habe ich noch keine internationale Medaille“.
Deshalb verzichtet er trotz WM-Bronze auf die 800 m, auf denen Liebmann mit seinem Europarekord vom April und Vizeweltmeister Sven Schwarz die aktuell schnellsten Europäer sind. Über 1500 m führen Liebmann, Schwarz und Klemet sogar die Weltrangliste an.
Wie bei Olympia: Wieder geht es in die Seine
Die Wasserspringer und Synchronschwimmerinnen gehen wie vor zwei Jahren im Centre Aquatique Olympique an den Start.
Die Halle am Stade de France, die für Olympia erbaut wurde, ist bei der EM auch Heimat für die Beckenschwimmer um Olympiasieger Lukas Märtens, die vor zwei Jahren im Rugbystadion La Defense zu Gast waren.
Für Vierfachweltmeister Florian Wellbrock geht es im Freiwasser wieder in die Seine, diesmal aber weiter flussabwärts in der Nähe des Eiffelturms. Dort findet auch das High Diving statt.