Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat mit einer erneuten Stellungnahme zu den Plänen der FIFA reagiert. Diesmal geht es um die Frist, die die FIFA den Verbänden gesetzt haben soll, um ihre Vorschläge zu unterstützen.

„Wir haben heute erfahren, dass die FIFA den Verbänden eine Frist gesetzt hat, innerhalb derer sie ihre Vorschläge unterstützen müssen, andernfalls wird das Angebot einer einmaligen Auszahlung zurückgezogen. Das sagt bereits alles, was man über diesen Plan wissen muss“, teilte die UEFA in ihrer Stellungnahme mit.

Wie reagiert die UEFA auf die Pläne der FIFA?
Wie reagiert die UEFA auf die Pläne der FIFA?Wie reagiert die UEFA auf die Pläne der FIFA?© picture-alliance/TT NEWS AGENCY/SID/Björn Larsson Rosvall/TT

„Nach Gesprächen mit zahlreichen Akteuren aus dem gesamten Fußball weiß die UEFA jedoch, dass es erheblichen und wachsenden Widerstand gegen das Vorhaben der FIFA gibt. Die FIFA darf unseren Sport nicht weiterhin dazu nutzen, sich selbst und ihre Freunde zu bereichern. Wir können den Sport auf die richtige Weise weiterentwickeln. Es ist an der Zeit, Verbänden, Vereinen, Ligen, Spielern und Fans Vorrang einzuräumen“, heißt es weiter.

Dringlichkeitssitzung der UEFA geplant

Die UEFA wird offenbar bereits am Mittwoch eine Dringlichkeitssitzung abhalten, um über die Pläne des Weltverbandes FIFA, Anteile der WM an private Investoren zu verkaufen, zu beraten. Dies schrieb die französische Sportministerin Marina Ferrari auf der Plattform X.

Zuvor hatten mehrere Medien berichtet, dass die UEFA noch in dieser Woche eine Sitzung anberaumen wolle. Laut Sky, ESPN und Bloomberg soll dabei auch ein möglicher Boykott der Weltmeisterschaft Thema sein.

„Ich nehme die für Mittwoch anberaumte Krisensitzung der europäischen Fußballverbände zur Kenntnis. Angesichts eines Vorhabens, das das Gleichgewicht unseres Sports tiefgreifend verändern könnte, ist es unerlässlich, dass die europäischen Akteure mit einer Stimme sprechen“, erklärte Ferrari in dem Beitrag.

Infantino will Anteile der WM abtreten

In einer Stellungnahme hatte der Verband bereits heftige Kritik an dem Vorhaben der FIFA geäußert. Es werde „eine Grenze überschritten“, teilte die UEFA mit. Sie nehme „diese Angelegenheit äußerst ernst. Das sollten auch alle nationalen Fußballverbände tun.“

Die englische Times, der Telegraph und die Financial Times hatten am Dienstag berichtet, dass FIFA-Präsident Gianni Infantino über eine neu zu gründende Tochterfirma namens FIFA Forward Enterprise (FFE) Anteile an der Fußball-WM an private Investoren abtreten will. Die FIFA bestätigte das Vorhaben in einer Mitteilung am Dienstagabend weitgehend. Basierend auf einer Unternehmensbewertung von 20 Milliarden US-Dollar werde die FFE in diesem Jahr bis zu 4,2 Milliarden US-Dollar aufbringen. Laut den Berichten sollen bis zu 20 Prozent der Anteile verkauft werden.

Wie mehrere Medien am Mittwoch berichteten, soll FIFA-Präsident Gianni Infantino den 211 Mitgliedsverbänden eine Frist bis zum 19. September gesetzt haben, um den Plänen zuzustimmen. Wie aus einem Brief, der unter anderem der Sportschau vorliegt, hervorgehen soll, reicht demnach eine einfache Mehrheit unter den Verbänden, um das Investoren-Vorhaben umzusetzen.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)