Für Zinédine Zidane war seine Vorstellung als neuer Nationaltrainer Frankreichs in Paris, „der bisher schönste Tag in meiner Trainer-Laufbahn“ und auch seine ehemaligen Weggefährten feiern bei SPORT1 seine Ernennung.
Robert Pirès und Emmanuel Petit wurden mit der Équipe Tricolore an der Seite von „Zizou“ 1998 Weltmeister vor heimischer Kulisse und machten zwei Jahre später das Double mit dem EM-Titel perfekt. Zidanes Ankunft ist für sie eine Botschaft, die zwei Wochen nach dem Halbfinal-Aus bei der Weltmeisterschaft gegen Spanien (0:2) wieder alle fröhlich macht.
Robert Pirès feiert die Zidane-Ankunft
„Dass Zinédine für die nächsten vier Jahre die französische Nationalmannschaft übernimmt, ist eine fantastische Nachricht“, freute sich Pirès im Gespräch mit SPORT1.
„Man merkte ihm bei seiner Vorstellung an, dass er viel Energie und Dynamik reinbringen wird und dass seine Frische und enorme Gier nach fünf Jahren ohne Job dazu führen werden, dass Kylian Mbappé und Co. in den kommenden Jahren nach wie vor die erste Rolle international spielen werden“, ist sich der Welt- und Europameister sicher.
Petit verneigt sich vor Zinedine Zidane
Klar ist, dass Zidane, der in seiner Heimat als Legende und zusammen mit Michel Platini als bester französischer Spieler aller Zeiten gilt, schon durch seinen Namen viel Kredit bei Medien und Fans hat.
Doch wiegt das Erbe von Didier Deschamps, der in 14 Jahren immerhin dafür sorgte, dass sein Team immer mindestens ins Viertelfinale einer WM oder EM kam und unter anderem Weltmeister 2018, WM-Finalist 2022 und EM-Finalist 2016 war, nicht doch schwerer als viele Beobachter denken?
„Ich glaube nicht“, antwortete Petit, der zwischen 1990 und 2003 63 Mal das Trikot der Équipe de France trug, bei SPORT1: „Alles, was Zizou anfasst, verwandelt sich in Gold.“
Darum glauben Frankreichs Legenden an eine goldene Ära unter Zidane
„Durch sein Charisma und seine Ausstrahlung hat er die Fähigkeit, in die Köpfe seiner Schützlinge vorzudringen. Sobald er die Umkleidekabine betritt, stehen alle stramm“, ist sich Zidanes einstiger Mittelfeldpartner sicher: „Er ist nach wie vor die Ikone eines ganzen Landes. Er ist niemand, der besonders viel redet, aber wenn er spricht, dringt er in die Köpfe der Spieler ein. Er wird alle mitreißen, davon bin ich fest überzeugt.“
„Bei den Anhängern unserer Nationalmannschaft hat Zidane einen ganz hohen Kredit“, meint auch Pirès: „Zwar kommen im Herbst mit Italien, Belgien und der Türkei gleich drei harte Brocken in der Nations League auf uns zu, doch Zizou wird sofort durch seine enorme Ausstrahlung und sein Charisma dafür sorgen, dass sich unser Nationalteam weiterentwickelt und weiterhin für positive Schlagzeilen sorgt.“
Böses Omen für Zidane? Warum Petit keine Sorgen hat
Für Schlagzeilen und Rummel war am Dienstagvormittag bereits reichlich gesorgt. Ganze 120 Journalisten wurden beim französischen Verband akkreditiert. Deschamps war zwischen August 2012 und Juli 2026 kein einziges Mal eine derart große mediale Aufmerksamkeit zuteil geworden.
Doch als die letzte Legende Frankreich trainierte – Platini zwischen 1988 und 1992 –, wurden die Erwartungen nicht erfüllt, obwohl man unter anderem mit Jean-Pierre Papin, Eric Cantona und David Ginola eine sensationelle Spieler-Generation in den eigenen Reihen hatte.
„Es ist nun eine andere Zeit“, erklärt Petit. „Außerdem hat Zizou bereits bei Real Madrid bewiesen, dass er ein herausragender Trainer ist. Ich bin guter Dinge, dass die französische Nationalmannschaft in den nächsten Jahren weiter die erste Rolle spielen wird, auch weil Zizou über eine tolle Spieler-Generation verfügt.“