Südkorea ändert Wehrdienst-Regel für Sportler
Südkoreas Fußballer hatten ihre Befreiung vom Wehrdienst öffentlich gefeiert. Dies sorgte für laute Kritik.
Südkorea will die Ausnahmeregelung für Spitzensportler beim Wehrdienst einschränken. Dies teilte Hwi Young Chae, der Sportminister des Landes, am Mittwoch mit. Der Politiker nahm Bezug auf die Kritik an Südkoreas Fußballern, die ihre Befreiung vom Wehrdienst – eine Belohnung für den Gewinn der Goldmedaille bei den Asienspielen – öffentlich gefeiert hatten.
„Ich glaube, es herrscht ein breiter gesellschaftlicher Konsens darüber, dass das System gerechter gestaltet und an strengere Maßstäbe geknüpft werden sollte“, sagte Chae: „Uns bleibt keine andere Wahl, als eine Einschränkung der Regelung voranzutreiben.“
Wehrfähige südkoreanische Männer sind verpflichtet, vor ihrem 28. Lebensjahr einen Militärdienst von 18 Monaten bis zwei Jahren zu leisten. Die Regierung gewährt jedoch eine Befreiung für den Gewinn von Goldmedaillen bei den Asienspielen sowie für olympische Medaillen jeder Farbe. Anstelle des regulären Dienstes absolvieren die Athleten lediglich eine mehrwöchige militärische Grundausbildung.
Damit soll nun perspektivisch Schluss sein. Die zuständigen Regierungsstellen würden gemeinsam „umfassende Maßnahmen“ erarbeiten, sagte Chae. In einer weiteren Sitzung erklärte Verteidigungschef Shin Chul Kang, das Ziel seines Ministeriums sei es, „die Ausnahmeregelung schrittweise einzuschränken und schließlich ganz abzuschaffen“.
Einst hatte auch Topstar Heung Min Son von der Sonderregelung profitiert. Er führte Südkoreas Fußballer 2018 zu Gold bei den Asienspielen und musste so keinen langen Wehrdienst leisten.