Ihm selbst machen sie nach eigenen Angaben nichts aus, Konkurrent Jonas Vingegaard kritisiert sie: Die zuletzt öfter zu beobachtenden Buhrufe gegen Tour-de-France-Dominator beschäftigen die Radsport-Szene.
Nun haben sich auch die Podcast-Buddys Lance Armstrong und Bradley Wiggins in die Diskussion eingeschaltet – und über die Gründe spekuliert.
Buhrufe gegen Pogacar? Das sagen Armstrong und Wiggins
„Die zunehmenden Buhrufe gegen Tadej Pogacar haben unzweifelhaft etwas mit der Präsenz von Paul Seixas zu tun“, mutmaßte der ehemalige Tour-Rekordsieger Armstrong in seinem Podcast The Move.
Der über die Aufdeckung seines Dopingsystems gestolperte US-Amerikaner ist der Ansicht, dass die durch Supertalent Seixas genährten Hoffnungen auf den ersten französischen Toursieger seit Bernard Hinault zu einer negativeren Haltung gegenüber Pogacar führen: „Wäre er (Seixas, d. Red.) nicht da, würde er nicht so sehr ausgebuht werden“, meinte der Texaner – der Antipathie aus eigener Erfahrung gewohnt ist.
„Dieses Narrativ schlägt in den Köpfen Wurzeln“
Wiggins vertritt derweil die Ansicht, dass die Presse im Gastgeberland mitverantwortlich ist. „Die Medien in Frankreich beeinflussen die öffentliche Meinung“, erklärte der britische Tour-Sieger von 2012: „Ich habe erst kürzlich einen zweiseitigen Artikel in L’Equipe gesehen, der den Tenor hatte: Pogacars Dominanz zerstört den Radsport. Dieses Narrativ schlägt in den Köpfen der Franzosen Wurzeln.“
Der 46-Jährige zeigte sich verwundert über diese Art zu denken: „Sie schreiben doch auch nicht, dass Lionel Messi den Fußball ruiniert.“
Armstrong wiederum mahnte zur Vorsicht, alles den französischen Fans zuzuordnen: „Dort sind ja nicht nur Franzosen am Straßenrand. Da sind auch Dänen, Spanier, Deutsche. Sie kommen aus aller Welt.“
Pogacar führte die Tour vor dem Start der 14. Etappe am Samstag mit 3 Minuten und 36 Sekunden Vorsprung vor Vingegaard an. Der Belgier Remco Evenepoel folgt auf Platz 3 (4:06), Seixas auf Rang 6 (4:35), Florian Lipowitz auf 7 (4:44).