Frankreich-Legende Thierry Henry hat nach Frankreichs 0:2-Niederlage gegen Spanien im Halbfinale der WM 2026 Kritik an der französischen Nationalmannschaft geübt. Der frühere Weltklasse-Stürmer fand nach dem WM-Aus seines Heimatlandes bei FOX Sports klare Worte.
„Der Ruf allein bringt dich nicht ins WM-Finale. Um ein Endspiel zu erreichen, musst du es wirklich wollen – und Frankreich hatte nicht den Eindruck vermittelt, dass es das unbedingt wollte. Allerdings hatten sie es auch mit einem wunderbaren Gegner zu tun.“
Trotz des Halbfinal-Aus fand Henry auch lobende Worte für Frankreichs scheidenden Nationaltrainer Didier Deschamps: „Viele behaupten, er habe einfach nur Glück gehabt. Ich sehe das völlig anders. Sein Erfolg basiert auf seinen Entscheidungen und seinem Mut, im richtigen Moment Risiken einzugehen. Er ist ein außergewöhnlich intelligenter Mensch.“
Spanien ist für Henry Favorit
Mit Blick auf den Finalisten geriet er anschließend ins Schwärmen. Der 48-Jährige erklärte die Mannschaft von Trainer Luis de la Fuente zum klaren Favoriten auf den WM-Titel: „Spanien ist das Ergebnis einer klaren Idee, eines eingespielten und großzügigen Spiels. Sie haben das Finale absolut verdient.“
Besonders beeindruckt zeigte sich Henry von der Spielphilosophie der Spanier, die ihn an seine Zeit beim FC Barcelona erinnerte: „Ich habe das als Spieler erlebt, als Gegner – und auch beim FC Barcelona. Der Ball muss ständig in Bewegung sein. Jeder bleibt in seiner Position, vertraut seinen Mitspielern und lässt den Ball laufen. Man sieht, wie sie sich immer wieder anbieten, den Gegner herauslocken und ständig in Bewegung sind. Niemand bleibt einfach stehen, trotzdem besetzt jeder genau den Raum, den er besetzen soll.“
Erfolg ist kein Zufall
Henry erklärte, genau diese Abläufe seien kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrelanger Ausbildung: „Es sieht einfach aus, oder? Sie führen 2:0 in einem WM-Halbfinale und lassen den Ball gegen Frankreich laufen, als wäre der Gegner gar nicht da. Aber genau das ist ihre Identität. Es spielt keine Rolle, ob Baena, Nico Williams oder jemand anderes auf dem Platz steht. Jeder weiß seit seiner Kindheit, was zu tun ist. Egal, wer spielt – alle kennen das System. Das wirkt einfach, ist aber das Ergebnis jahrelanger Arbeit.“
Spanien trifft im Finale der WM 2026 am Sonntag auf den Sieger des zweiten Halbfinals zwischen Titelverteidiger Argentinien und England (Mittwoch, 21 Uhr im LIVETICKER). Die beiden Mannschaften kämpfen am Mittwochabend ab 21 Uhr um das zweite Finalticket.