Federica Brignone kämpfte sich nach ihrer Horror-Verletzung im April 2025 auf spektakuläre Weise zurück und holte trotz anhaltender Beschwerden bei den Winterspielen in Cortina d’Ampezzo Gold im Riesenslalom und im Super-G.
Ihr erfolgreiches Comeback nach Monaten des Kampfes und des Leidens war eine der positiven Geschichten der Winterspiele. Kurz nach Olympia beendete Brignone die Saison vorzeitig. Jetzt arbeitet sie erneut an einer Rückkehr für den kommenden Winter.
Seit Mitte Mai trainiert die Italienerin wieder, allerdings weit entfernt von ihrem gewohnten Pensum, wie sie im Interview mit L’Équipe verriet: „Ich kann Rad fahren, schwimmen und ins Fitnessstudio gehen, aber ich kann nicht laufen und mich kaum belasten. Meine Muskeln haben sich wieder aufgebaut, es wird immer besser, aber ich bin noch lange nicht wieder so fit wie vorher. Ich habe ständig Schmerzen.“
Trotzdem will Brignone schon im August wieder auf die Ski steigen: „Ich werde es versuchen. Ich weiß noch nicht, ob ich die kommende Saison machen kann.“ Sie wolle versuchen, im Trainingslager des italienischen Teams dabei zu sein.
Erneute Olympia-Teilnahme ausgeschlossen
Aber das sei aktuell alles andere als sicher. „Wenn ich so leide wie in der vergangenen Saison, wird das nicht auszuhalten sein“, gestand die Doppel-Olympiasiegerin von 2026 und sagte anschließend überraschend deutlich: „Mein Körper wird sich nie komplett davon erholen.“
Dass sie trotz der Vorgeschichte überhaupt auf höchstem Niveau gewinnen konnte, ordnet Brignone selbst als Grenzerfahrung ein: „Es war komplett verrückt, überhaupt am Start zu sein – nach nur ein paar Rennen im Weltcup und ein paar Tagen Training, weil ich zu große Schmerzen hatte, um mehr zu machen.“
Ihr sei zudem klar, dass weitere Starts in Zukunft immer ein extremes Risiko darstellen werden. „Sobald du auf Topniveau Ski fährst, riskierst du, dich zu verletzen. Die ganze Zeit“, sagte Brignone.
Auch deshalb schloss sie aus, bis zu den nächsten Olympischen Spielen 2030 weiterzumachen: „Ich bin sicher, dass ich nicht dort sein werde, zumindest nicht als Sportlerin. Das ist zu weit weg. Ich will etwas anderes machen, reisen – und Sport treiben, aber ohne Zwänge.“