Was für ein unnötiger Platzverweis: Der Schweizer Breel Embolo ist im WM-Viertelfinale gegen Argentinien (1:3 n.V.) nach VAR-Eingriff wegen einer Schwalbe vom Platz geflogen, ehe er in Tränen ausbrach. Mats Hummels spricht von „Wahnsinn“.
Was war passiert? Schiedsrichter Joao Pedro Silva Pinheiro hatte Argentiniens Leandro Paredes nach einem vermeintlichen Foul an Embolo die Gelbe Karte gezeigt (72.).
WM: Schwalbe! Gelb-Rot für Embolo
Dann schaltete sich plötzlich der VAR ein. Der Unparteiische kam nach Ansicht der Bilder am Spielfeldrand schnell zu dem Entschluss, dass Embolo gar nicht gefoult wurde und es sich um eine Schwalbe handelte.
Weil Embolo bereits gelb-vorbelastet war (44.), stellte er den ehemaligen Bundesliga-Profi mit Gelb-Rot vom Platz.
Embolo verstand die Welt nicht mehr, konnte die Tränen nicht zurückhalten und ging in Richtung Kabine.
Neue FIFA-Regel wird angewandt
Aber wieso durfte der VAR überhaupt eingreifen? Eine neue FIFA-Regel besagt nämlich: Gecheckt werden auch Gelbe Karten, die zu einem Platzverweis führen. Nicht kontrolliert werden hingegen erste Gelbe Karten oder nicht geahndete Verwarnungen, die zu einer Gelb-Roten Karte hätten führen können – es sei denn, nachweislich wurde der falsche Spieler oder das falsche Team bestraft.
In besagten Fall wurde nachweislich Paredes falsch bestraft, und es ging um einen möglichen Platzverweis von Embolo. Daher schaltete sich auch der VAR ein.
Hummels: „Das hat das Spiel entschieden“
„Das hat das Spiel entschieden, zu Ungunsten der Schweizer. Dem wird es heute nicht sonderlich gutgehen“, sagte Experte Mats Hummels bei MagentaTV.
„Das ist natürlich in dem Fall Wahnsinn, schon mit Gelb verwarnt. Die Schwalbe bringt ja gar nicht mal besonders viel. Da kann man auch nicht diskutieren. Das ist leider zu Recht Gelb-Rot. Er gewinnt eigentlich nicht viel damit. Irgendeine Übersprungshandlung hat wahrscheinlich dafür gesorgt. Das tut natürlich auch ihm weh. Das hat auch irgendwie als Zuschauer weh, das zu sehen“, meinte Hummels noch.
Argentinier besiegte die Schweiz mit 3:1 (1:1, 1:0) nach Verlängerung. Julian Alvarez erlöste mit einem Traumtor in der 110. Minute seinen Kapitän, Zehntausende Argentinier im Stadion und ein ganzes Land. Der eingewechselte Lautaro Martinez setzte den Schlusspunkt (120.+1).
Hier schießt Álvarez Argentinien ins Halbfinale
Alexis Mac Allister hatte den Weltmeister zunächst nach einem Eckball von Messi per Kopf in Führung gebracht (10.). Danach ließen es die Argentinier aber immer ruhiger angehen, sie wurden schludrig und wurden von den zunehmend mutigeren Schweizern prompt bestraft: Dan Ndoye erzielte den verdienten Ausgleich (67.). Fünf Minuten später flog Embolo dann vom Platz.