DFB-Sportdirektor Rudi Völler hat den ehemaligen Bundestrainer Julian Nagelsmann in seiner WM-Analyse zu verteidigen versucht – zugleich aber die Fehler und unglücklichen Zustände herausgehoben.

„Diese Hypothek schon vor der WM – ich habe ja versucht, immer so ein bisschen gegenzusteuern, dass eine gute Stimmung aufkommt. Aber ich habe schnell gemerkt, dass diese Diskussion, durch die Nominierung, durch Aufstellung, durch ein paar unglückliche Aussagen von Julian, dass dann die Stimmung nicht richtig gut rüberkam“, sagte Völler in einem Interview von kicker, Funke Mediengruppe, Frankfurter Rundschau, Süddeutscher Zeitung, ARD und Bild in Frankfurt/Main.

Lena Wurzenberger auf der Tribüne
Lena Wurzenberger auf der TribüneLena Wurzenberger auf der Tribüne© IMAGO/ActionPictures

Der 66-Jährige verwies auf die Macht der Bilder: „Das ominöse Foto mit Lena auf dem Fahrrad hat der Sache sicherlich nicht gutgetan. Das war nicht optimal, ist aber nicht mehr zu lösen. Das waren Kleinigkeiten, die man nicht noch mal machen muss.“

Nagelsmann? „Keine Basis mehr“

Die Entscheidungen des Bundestrainers und seine Art, sie zu verkünden, hätten in der Mannschaft zu schlechter Stimmung geführt, am Ende habe es „keine Basis mehr“ für eine Zusammenarbeit gegeben.

Dennoch werde er „niemals etwas anderes sagen, als dass es ein Glücksfall war, ihn zu bekommen“, sagte Völler.

Die Kritik am Team-Quartier wies Völler zurück. Die Unterkunft sei „immer nur so gut, wie am Ende die Platzierung war. Aufs Quartier lasse ich nichts kommen“, sagte er und betonte: „Die Trainingsbedingungen waren sensationell.“ WM-Überraschung Norwegen habe ganz in der Nähe gewohnt und sei nicht wie die DFB-Elf in der ersten K.o.-Runde gescheitert.

Das dritte frühe WM-Aus in Serie sei vielmehr „kein Zufall. Auf gewissen Positionen sind wir auch nicht mehr absolut top, absolute Weltklasse. Da muss man dran arbeiten.“

Das soll Völler, der seinen Vertrag beim DFB bis 2028 erfüllen wird, künftig mit Wunsch-Bundestrainer Jürgen Klopp tun.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)