Das chaotische Rennen von Silverstone nagte an Toto Wolff. Der Mercedes-Teamchef schüttelte in der Box den Kopf. Platz zwei für George Russell konnte ihn kaum besänftigen. Immerhin zerplatzte kurz vor Schluss der Siegtraum von Kimi Antonelli aufgrund technischer Probleme. Der WM-Führende flog sogar noch aus den Punkterängen heraus aufgrund einer Strafe wegen zu häufigen Verlassens der Strecke.

In einer hektischen Schlussphase schob sich Antonelli in großen Schritten an den Führenden Charles Leclerc heran und machte bis zu 1,5 Sekunden pro Runde gut. Doch dann meldete er auf einmal: „Es ist etwas gebrochen.“ Der 19-Jährige wurde sehr langsam, musste zwei Mal in die Box und hatte keine Chance mehr.

Was war passiert? Antonelli war mit seinem Mercedes bei der Kurvenausfahrt über einen Kerb gefahren, woraufhin ein Teil des Autos am linken Vorderrad brach.

Wolff ermahnt Mercedes nach Antonelli-Drama

„Das darf nicht sein. Wir glauben, er ist in Kurve neun über die Kerbs gefahren ist. Aber es ist trotzdem keine Entschuldigung. Das Ding darf nicht brechen –  vor allem nicht in der Kurve. Wir müssen das analysieren wie viel Kraft gewirkt hat. Es überwiegt der Ärger“, sagte Wolff bei Sky zum erneuten Ausfall. Denn bereits in Spanien war Antonelli aufgrund eines Defekts nicht ins Ziel gekommen.

Dabei hätte Mercedes durch eine clevere Taktik fast den Sieg herbeigeführt. Antonelli stoppte zehn Runden später als alle anderen Konkurrenten, verlor aber mit den älteren Reifen kaum Zeit.

Toto Wolff hatte nach dem Drama um Kimi Antonelli nicht die beste Laune
Toto Wolff hatte nach dem Drama um Kimi Antonelli nicht die beste LauneToto Wolff hatte nach dem Drama um Kimi Antonelli nicht die beste Laune© IMAGO/ANP

Mit den neuen Gummis holte der Teenager dann übermäßig viel Zeit auf. Dabei hatte sich Teamchef Wolff eigentlich für eine andere Strategie eingesetzt.

„Genau diese Diskussion hatten wir über zehn Runden. Ich habe intuitiv gesagt, dass wir racen wollen und es nicht machen. Die Strategen haben mir aber gesagt, ich soll den Plan anschauen und dass wir dann 1,5 Sekunden gutmachen können. Ich habe gedacht, dass sich das nie ausgeht. Aber ich lag falsch. Wir hätten ihn (Leclerc, Anm. d. Red.) sechs Runden vor Schluss erwischt. Ich habe das ständig hinterfragt, aber hatte unrecht. Am Ende gewinnen die Daten“, fasste er zusammen.

Immerhin zeigte sich der 54-Jährige mit dem zweiten Rang für Russell doch noch versöhnlich. „Wir haben einen zweiten Platz, den der George so verdient hat nach seinen Leistungen die letzten Wochen. Er ist draußen geblieben und hat den Platz noch geholt. Zu einer Zeit haben wir gedacht, dass es kaum Punkte gibt.“ 

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