Großbritannien darf weiter ein Tennis-Märchen in Wimbledon bejubeln. Arthur Fery hat in der dritten Runde seine kleine Heldenreise fortgesetzt und den Belgier Zizou Bergs auf dramatische Art und Weise – inklusive Blutvorfall und Zoff – besiegt. (Wimbledon 2026 täglich im LIVETICKER)
Das längste Match des bisherigen Turniers endete auf Court 18 nach 4:38 Stunden mit 2:6, 7:5, 2:6, 7:6 (7:3), 7:6 (10:5). Dabei sah es zwischenzeitlich wirklich düster aus. Im vierten Satz lag Fery bereits 1:4 zurück. Bergs führte mit zwei Breaks und war zwei Aufschlagspiele vom Sieg entfernt.
Und Fery? Der hatte mit starkem Nasenbluten zu kämpfen. Gleich drei Behandlungspausen brauchte der 23-Jährige. Doch stoppen ließ er sich davon nicht. Seit 1993 und Andrew Foster ist Fery nun der erste Brite in Wimbledon, der es mit einer Wildcard unter die besten 16 geschafft hat. Auf dem Weg vom Platz bildeten die Ballkinder ein Spalier und applaudierten. Dabei sind sie eigentlich zu Neutralität angehalten.
Britische Presse feiert Fery
Erstmals in seiner Laufbahn wird die aktuelle 114 der Welt unter die besten 100 einziehen. Fery wurde dies nach dem Match schnell bewusst. Er ließ sich auf den Rasen fallen und meinte hinterher bei der BBC: „Mir fehlen ehrlich gesagt die Worte. Ich weiß gar nicht, was gerade vor sich geht. Es wird eine Weile dauern, bis ich das verarbeitet habe. Nach diesem Spiel gibt es so viele Premieren. Ich bin einfach nur so froh.“
Die englische Presse hat jedenfalls einen neuen Liebling. “Das war episch“, befand die BBC. „Fery hält die britische Flagge hoch“, jubelte The Sun. „Nicht einmal anhaltendes Nasenbluten konnten ihn aufhalten. Er zeigte in einer Achterbahnfahrt enormen Mut“, lobte The Independent. “Das Märchen geht weiter nach einem überragenden Sieg“, schrieb Sky Sports.
Sein Gegner Bergs wird wohl kein Fan von Fery. Kurz vor Ende des Matches kam es zum Zoff. Im Matchtiebreak gelang dem späteren Sieger ein Netzroller. Entgegen der Gewohnheit entschuldigte er sich aber nicht und feierte stattdessen den Punktgewinn mit einem lauten „Yeah!“.
Bergs stürmte zum Schiedsrichter und regte sich auf: „Er schreit ständig herum nach Netzrollern. Das ist überhaupt kein Fairplay. Wie oft trifft er schon das Netz und entschuldigt sich nie dafür!“