Das gemeinsame Comeback der Williams-Schwestern in Wimbledon ist geplatzt – und für den früheren Wimbledon-Sieger Michael Stich endet das Comeback von Serena Williams ein fader Beigeschmack.

„Des Tennissports nicht würdig“, wütete der Champion von 1991 bei Amazon Prime: „Die Wildcard war für mich überhaupt nicht nachvollziehbar. Mit der Argumentation auch, dass sie ihren Kindern zeigen will, dass sie eine starke Frau ist. Das hatte alles nichts mit ihren Erfolgen zu tun.“

Michael Stich ärgert sich über die Causa Serena Williams
Michael Stich ärgert sich über die Causa Serena WilliamsMichael Stich ärgert sich über die Causa Serena Williams© IMAGO/Klaus W. Schmidt

Michael Stich: „Keine gute Werbung fürs Damentennis“

Der frühere Kollege und Rivale von Boris Becker fügte an: „Unbestreitbar ist sie einzigartig – aber sie bekam hier völlig unberechtigt die Chance, mitspielen zu dürfen. Dann auch nicht zur PK zu gehen, aber ihren Töchtern zeigen wollen, wie stark sie ist. Der All England Club hat sich keinen Gefallen getan und für das Damentennis war es auch keine gute Werbung.“

Die 44 Jahre alte Serena Williams hatte von den Turnierveranstaltung eine Comeback-Einladung bekommen – die nun wegen einer Knieverletzung bitter endete. „Es bricht mir das Herz, dass ich mich aus dem Doppel zurückziehen muss. Die Rückkehr zum Wettkampf war ein Geschenk, und die Gelegenheit, noch einmal an der Seite von Venus zu spielen, hat mir unendlich viel bedeutet“, schrieb Serena Williams am Samstag bei Instagram: „Ich habe alles getan, um bereit zu sein, aber leider ist mein Knie einfach noch nicht wettkampfbereit.“ (Wimbledon 2026 täglich im LIVETICKER)

Williams hatte sich am Dienstag bei der Niederlage bei ihrem Einzel-Comeback gegen die Australiern Maya Joint das Knie verdreht. Lange war spekuliert worden, ob Williams wirklich antreten könne. Die Organisatoren hatten der 44-Jährigen „so viel Zeit“ wie möglich gegeben, um für das Doppel mit der zwei Jahre älteren Venus an den Start zu gehen. Während alle anderen Erstrundenduelle schon am Donnerstag und Freitag absolviert worden waren, hätten die Williams-Schwestern am Samstag gegen Solana Sierra aus Argentinien und der Kolumbianerin Camila Osorio spielen sollen.

Williams dank Wimbledon-Bossen

Serena und Venus Williams hatten auch für das Doppel eine Wildcard erhalten. Die Schwestern feierten 14 gemeinsame Triumphe bei Grand Slams, ihren bislang letzten von sechs Siegen beim Rasenklassiker Wimbledon holten sie vor zehn Jahren. 2000 und 2002 hatten die Williams-Schwestern im Doppel eine Wildcard erhalten und dann den Titel gewonnen.

Sie sei „vor allem dem Turnierdirektor Jamie Baker und dem gesamten Turnierteam dankbar, dass sie mir jede Möglichkeit gegeben haben, hier zu spielen. Vielen Dank an die Fans für eure unglaubliche Unterstützung und dafür, dass ihr dieses Comeback so bedeutungsvoll gemacht habt“, schrieb Williams.

Wie es nun weitergeht, ließ die Tennisikone noch offen. Zumindest deutete sie aber an, dass sie sich nicht direkt wieder in den Ruhestand begeben wird: „Ich kann nur sagen: Bleibt dran, in einer Stadt in eurer Nähe.“