Der Platzverweis für Folarin Balogun beim Einzug der USA ins Achtelfinale der Fußball-WM gegen Bosnien-Herzegowina (2:0) beschäftigt im Land der Co-Gastgeber höchste Stellen. „Sie sind beschissen behandelt worden“, sagte US-Außenminister Marco Rubio im Presseraum des Weißen Hauses in Washington zu Fragen von Journalisten nach seiner Einschätzung der Situation.
Mit der voraussichtlichen Sperre des dreifachen WM-Torschützen für das nächste Duell des US-Teams in der Runde der besten 16 mit Belgien wollte sich der Chefdiplomat der US-Regierung auch noch nicht endgültig abfinden. „Dafür muss es ein Einspruchsverfahren geben“, sagte Rubio, war sich aber der Aussichtslosigkeit eines Protestes offenbar auch bewusst: „Wahrscheinlich ist es zu spät, oder?“
WM: Rote Karte sorgt für Kritik
Balogun hatte die USA zunächst noch vor der Pause in Führung geschossen (45.). Nach der Pause (64.) sah er aber Rot, weil er Tarik Muharemovic – unabsichtlich, aber schmerzhaft – aufs Sprunggelenk getreten war.
Schon vor Rubios Unmutsbekundung hatte US-Coach Mauricio Pochettino den Platzverweis kritisiert. „Für mich ist das niemals eine Rote Karte“, sagte der Argentinier: „Es war zu keinem Zeitpunkt seine Absicht, den Spieler zu treten. Es war eine im Fußball ganz normale Aktion: Man kämpft um den Ball, und der Fuß landet eben dort, oder? Ja, die Szene sah vielleicht etwas heftig aus. Aber ich glaube, es war keinesfalls Absicht.“