Die Rückkehr von Nick Kyrgios nach Wimbledon ist mit einer Niederlage und einem Wutausbruch beendet worden. Der Australier stand erstmals seit seiner Final-Pleite gegen Novak Djokovic im Jahr 2022 wieder im All England Club auf dem Platz – allerdings nur im Doppel, nachdem er für das Einzel keine Wildcard erhalten hatte. (Wimbledon 2026 täglich im LIVETICKER)

An der Seite von Alexander Bublik verlor Kyrgios in der ersten Runde gegen die an Nummer sechs gesetzten Marcelo Arevalo und Mate Pavic mit 3:6, 4:6. Damit war nach zwei Sätzen Schluss – und Kyrgios’ Wimbledon-Comeback sportlich schneller vorbei, als er es sich erhofft hatte.

Nick Kyrgios machte in Wimbledon mit einem Wutausbruch auf sich aufmerksam
Nick Kyrgios machte in Wimbledon mit einem Wutausbruch auf sich aufmerksamNick Kyrgios machte in Wimbledon mit einem Wutausbruch auf sich aufmerksam© IMAGO/Eibner

Brisant wurde es im zweiten Satz, als Kyrgios nach einem frühen Aufschlagverlust beim Seitenwechsel verbal explodierte. Als der französische Stuhlschiedsrichter Manuel Absolu ihn ansprach, konterte Kyrgios: „Ganz ehrlich, ihr könnt mich jetzt bestrafen, das ist mir wirklich völlig egal. Ihr könnt mich bestrafen. Diese ganzen Regeln sind sowieso so dumm.“

Break als Auslöser – dann brennt die Lunte

Der Vorfall passte ins Bild eines zerfahrenen Auftritts, in dem Arevalo/Pavic ihre Favoritenrolle mit solider Quote bei eigenem Aufschlag untermauerten. Kyrgios und Bublik fanden nach dem Break im zweiten Durchgang keinen Zugriff mehr auf das Match und liefen dem Rückstand bis zum Matchball hinterher.

Kyrgios, der in den vergangenen Jahren immer wieder von Knie- und Handgelenkproblemen ausgebremst wurde, reiste ohne Rhythmus an. In der Weltrangliste liegt er nur noch auf Platz 899, im Juni gelang ihm in Stuttgart immerhin sein erster Sieg auf ATP-Tour-Niveau seit März 2025.

Schon 2022 mehrfach bestraft

Schon beim Wimbledon-Turnier 2022 war Kyrgios mehrfach negativ aufgefallen und dafür zur Kasse gebeten worden. Damals summierten sich die Strafen auf insgesamt 14.500 Pfund – zweimal wegen Fluchens, einmal wegen Spuckens in Richtung eines Zuschauers.

Auch diesmal droht dem Australier nach seinem Wortgefecht mit Absolu erneut Ärger – sportlich ist sein Wimbledon-Auftritt ohnehin beendet. Für Kyrgios bleibt damit nach dem Doppel-Aus nur die Erkenntnis, dass die Rückkehr auf die größte Bühne des Rasens noch immer von Kontroversen begleitet wird.