Schon lange hatte sich der Wechsel von Ismael Saibari zum FC Bayern angedeutet. Am Mittwoch verkündete der deutsche Rekordmeister die Verpflichtung dann offiziell – und lieferte gleich den Grund mit, warum Saibari sich die ungewöhnliche Rückennummer 34 ausgesucht hat.
Diese ist für den flexiblen Offensivmann von PSV Eindhoven eine Herzensangelegenheit und hat eine tiefere Bedeutung. Die Nummer 34 trug nämlich auch sein Freund Abdelhak Nouri auf dem Rücken, bevor er auf dem Platz kollabierte. Der ehemalige Ajax-Amsterdam-Profi erlitt am 8. Juli 2017 während eines Testspiels gegen Werder Bremen einen Herzstillstand.
„Er hat überlebt, aber ist seitdem nicht mehr in der Lage, sich selbstständig zu bewegen“, wird der Marokkaner vom FC Bayern zitiert. „Mit der 34 unterstütze ich ihn, denn es war seine letzte Nummer.“
Der damals 20-jährige Nouri musste nach seinem Zusammenbruch umgehend notärztlich versorgt werden und wurde mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen. Diagnose? Herzstillstand. Wegen der damals mangelnden Sauerstoffversorgung trug der Ajax-Spieler irreparable Schäden am Gehirn davon. Seitdem ist der Niederländer schwer behindert.
Streit zwischen Ajax und Nouri-Familie
Das Thema schlug damals auch deshalb enorm hohe Wellen, weil Ajax Amsterdam im Folgejahr Fehler bei der medizinischen Erstversorgung eingestand. „Basierend auf neuen Erkenntnissen, die wir leider erst in jüngster Zeit entdeckt haben, haben wir neue Schlüsse gezogen. Dazu gehört, dass die Behandlung von Abdelhak Nouri auf dem Feld unzureichend war“, erklärte Geschäftsführer Edwin van der Sar auf einer Pressekonferenz.
Zwei Gutachten hatten zuvor keinerlei Fehler bei der Erstversorgung des Ajax-Akteurs festgestellt, doch weil Nouris Familie sich damit nicht zufrieden gab, erwirkte sie mittels einer Petition eine weitere Untersuchung der Experten. Dabei wurden die Fehler aufgezeigt.
Demnach seien die verantwortlichen Mediziner nicht ausreichend auf die Messung des Herzschlags, der Zirkulation und einer möglichen Reanimation konzentriert gewesen. Des Weiteren hätte der verfügbare Defibrillator eher eingesetzt werden müssen.
Nach dem Zugeständnis der Amsterdamer einigten sich Verein und Familie. Ajax zahlte der Familie eine Entschädigung von 7,85 Millionen Euro und übernahm zusätzlich dazu die Pflegekosten für Nouri.
Bayern-Neuzugang Saibari in starker Form
Saibari kämpft derweil – bevor er sich dem FC Bayern und der Vorbereitung unter Trainer Vincent Kompany widmen wird – mit Marokko gegen Kanada um den Einzug ins Viertelfinale. Im Sechzehntelfinale behielt Bayerns Neuzugang gegen die Niederlande vom Punkt die Nerven und traf entscheidend zum 4:3-Sieg nach Elfmeterschießen.
Bereits in den Duellen davor leistete Saibari mit drei Treffern einen großen Beitrag. Der FCB darf sich also auf einen Neuzugang in bestechender Form freuen.
Übrigens: So besonders die Rückennummer für Saibari ist, so selten ist sie an der Säbener Straße bisher in Erscheinung getreten. Getragen wurde sie meist von Nachwuchsspielern wie Sandro Wagner, Pierre-Emile Hojbjerg, Marco Friedl und zuletzt Deniz Ofli.