Nach dem enttäuschenden Ausscheiden der Südkoreaner bei der Fußball-WM sind das Team und der kürzlich zurückgetretene Nationaltrainer Myung-bo Hong ins Visier zahlreicher Anfeindungen geraten.
In einem südkoreanischen Online-Forum soll es sogar eine Morddrohung gegen den ehemaligen Coach gegeben haben. Ein User habe gedroht, Hong am Tag seiner Rückkehr töten zu wollen.
Nach Angaben der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap reagierte deswegen auch die koreanische Polizei. Demnach nehme man die Drohung sehr ernst und habe deshalb auch für die Rückkehr der Nationalmannschaft das Aufgebot der Polizei am Flughafen verstärkt.
Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme sollen 160 Beamte am Flughafen Incheon stationiert werden. Außerdem wird zusätzlich ein 25-köpfiges Security-Team des Flughafenbetreibers anrücken.
Weltmeisterschaft: Son-Verzicht sorgte für Unverständnis
Bereits während des Turniers wurde Trainer Hong scharf kritisiert. Grund dafür war der Umgang mit Starstürmer Heung-min Son, den Hong nach zwölf WM-Starteinsätzen in Folge bei der Niederlage gegen Südafrika (0:1) erst zur zweiten Halbzeit brachte.
In der eigentlich machbaren Gruppe A reichte ein Sieg gegen Tschechien (2:1) nicht zum Weiterkommen. Drei Punkte und eine schlechte Tordifferenz (-1) hievten die Auswahl nicht unter die besten acht Tabellendritten.
WM 2026: Südkoreas Staatsoberhaupt mit scharfer Kritik
Eine herbe Enttäuschung, nach der sich sogar das südkoreanische Staatsoberhaupt ans eigene Volk wandte. Via X sprach Lee Jae Myung von „einer großen Enttäuschung, die durch dieses inakzeptable Ergebnis verursacht wurde. Wir werden zügig daran gehen, die Sportverwaltung zu reformieren, damit sich so etwas niemals wieder ereignet.“
Wenig später verkündete Hong nach knapp zwei Jahren an der Seitenlinie Südkoreas seinen Rücktritt: „Ich entschuldige mich aufrichtig bei der koreanischen Öffentlichkeit, die unsere Mannschaft unterstützt hat. Heute trete ich von meinem Amt zurück“, erklärte der 57-Jährige auf der Pressekonferenz am Sonntag.