Der neuseeländische Fußball-Verband (NZF) hat sich als erste ozeanische Mitgliedsorganisation von FIFA-Präsident Gianni Infantino abgewendet.
„Nach sorgfältiger Abwägung ist der NZF zu der Auffassung gelangt, dass Entscheidungen und Handlungen innerhalb der FIFA zu einem Vertrauensverlust und zu zunehmenden Spaltungen im internationalen Fußball beigetragen haben“, erklärte der Verband in einer Stellungnahme. Es sei „eine unabhängige Überprüfung erforderlich, um das Vertrauen wiederherzustellen“.
Bislang hatten sich die Ozeanische Fußball-Konföderation (OFC) und ihre Mitgliedsnationen aus den öffentlichen Diskussionen um die Zukunft von Infantino herausgehalten. Während der Dachverband nach außen lediglich die Abkehr vom Investorenplan begrüßte, ging die Kritik der Neuseeländer etwas weiter. „Der jetzige Zeitpunkt bietet allen FIFA-Mitgliedsverbänden die Gelegenheit, sich für eine stärkere Führung, Rechenschaftspflicht und Transparenz einzusetzen, die für die Aufrechterhaltung des Vertrauens in die Verwaltung des Weltfußballs von grundlegender Bedeutung sind“, forderte NZF.
Infantino scheiterte mit WM-Plänen krachend
Zuvor hatten sich bereits die Kontinentalverbände aus Europa, Asien sowie Nord- und Mittelamerika im Machtkampf mit Infantino als Verbündete gezeigt, nachdem dessen Plan zum Verkauf von Anteilen an FIFA-Turnieren an private Investoren krachend gescheitert war. Unter anderem hatten die drei Kontinentalverbände mit einem offenen Brief den Druck auf den Präsidenten des Weltverbandes erhöht. Lediglich Afrika und Südamerika geben Infantino öffentlich weiterhin Rückendeckung.
Der Schweizer ist noch bis 2027 gewählt, beim Kongress in Rabat/Marokko will sich der 56-Jährige nach aktuellem Stand im Amt bestätigen lassen. Ein möglicher Gegenkandidat hat sich bislang nicht aus der Deckung gewagt (Frist endet am 18. November). Durch die Statuten wäre es Infantinos letzte Amtszeit als FIFA-Chef.