Ein Medienauftritt von Jürgen Klopp in New York hat für Aufsehen gesorgt. Wie in einem von der Deutschen Welle veröffentlichten Video zu sehen ist, brach der 59-Jährige ein Interview vorzeitig ab.

Auslöser war demnach eine Frage einer deutschen Journalistin zu umstrittenen Aussagen von ARD-Experte Bastian Schweinsteiger über die Spielweise der Elfenbeinküste, die er im Rahmen des Duells mit dem DFB-Team traf. Dabei hatte der Ex-Nationalspieler die Spielweise der afrikanischen Mannschaft als „wild“, „unorthodox“ und „nicht ganz so taktisch“ eingestuft, sprach von „afrikanischem Fußball“. 

Angesprochen auf diese Aussagen, weigerte sich Klopp erst, eine Antwort zu geben – tat dies in der Folge doch und brach anschließend das Interview ab.

Jürgen Klopp hat ein Interview abgebrochen
Jürgen Klopp hat ein Interview abgebrochenJürgen Klopp hat ein Interview abgebrochen© IMAGO/Ulmer/Teamfoto

Klopp: „Keine Chance, diese Frage zu beantworten“

Als die Journalistin nämlich nachhakte, entgegnete Klopp: „Ich weiß nicht einmal, was man Angemessenes sagen sollte. Für afrikanische Menschen ist es eine Sache, für andere Menschen ist es eine andere.“

Der frühere Trainer von Borussia Dortmund und dem FC Liverpool, der bei der Weltmeisterschaft 2026 als Experte für MagentaTV im Einsatz ist, stellte klar: „Jetzt wollen Sie die Debatte weiterdrehen. Nein, nein. Ich habe keine Chance, diese Frage zu beantworten.“ 

„Gott sei Dank dachte ich, niemand würde mich dazu befragen. Sie haben einen Moment gefunden und überraschenderweise sind Sie deutsch. Das überrascht mich so sehr. Danke ihnen sehr“, sagte Klopp weiter, ehe er das Interview abrupt beendete und ging. 

Deshalb gab es Wirbel um Schweinsteiger

Schweinsteigers Worte hatten zuvor eine heftige Debatte ausgelöst. Fans und Personen des öffentlichen Lebens unterstellten ihm, Stereotype zu bedienen und afrikanischen Teams pauschal ein geringeres taktisches Verständnis zu unterstellen.

Der Journalist und Autor Philipp Awounou ordnete die Wortwahl im Magazin „Der Spiegel“ historisch ein. Begriffe wie „wild“ oder „unorthodox“ seien über lange Zeit genutzt worden, um Menschen afrikanischer Herkunft als unzivilisiert oder grundsätzlich andersartig darzustellen. Zugleich betonte Awounou, Schweinsteiger sei kein Rassist. Dessen Äußerungen seien dennoch als „problematisch“ zu bewerten.