Erstmals hat sich ein Verantwortlicher des FC Bayern Basketball öffentlich zur Causa Anton Gavel geäußert. Der 41-Jährige steht derzeit noch als Cheftrainer in Bamberg unter Vertrag und gilt als Wunschkandidat der Münchner.
„Es gibt offensichtlich eine Situation zwischen Bamberg und dem Trainer. Es gibt offensichtlich auch Interesse unsererseits, ihn zu engagieren. Aber das Vorgehen, das wir insgesamt gesehen haben, auch wie da medial Druck aufgebaut worden ist – insgesamt auch gegenüber Anton –, hat schon so abgeschreckt, dass wir uns zunächst nicht fester oder tiefer engagieren wollten“, erklärte Bayerns kaufmännischer Geschäftsführer Adrian Sarmiento am Rande der Saisonabschlussfeier.
Um einen möglichen Wechsel von Gavel zu den Bayern als Nachfolger von Coach Svetislav Pesic war zuletzt großer Ärger aufgekommen – speziell, weil Bambergs Gesellschafter Michael Stoschek brisante Interna über die Bild öffentlich machte.
Demnach wolle Gavel seinen bis 2027 laufenden Vertrag mit einem juristischen Kniff anfechten, um ablösefrei nach München wechseln zu können. Laut Stoschek berufe sich Gavel dabei auf einen Formfehler: Die digitale Unterschrift unter seinem Vertrag sei mangels schriftlicher Bestätigung angreifbar.
Stoscheks Vorwurf: Der FC Bayern Basketball soll Gavel auf den Formfehler hingewiesen haben.
Bayern hofft auf gute Gespräche mit Bamberg
Sarmiento hielt sich nun – anders als Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß, der fest mit einem Engagement Gavels rechnet – deutlich zurück: „Es gibt meines Wissens nichts, was man noch hinzufügen oder ergänzen kann. Wir werden jetzt die nächsten Tage sehen, was sich daraus ergibt.“
Zunächst müssten Bamberg und Gavel nach seiner Ansicht untereinander Klarheit schaffen. „Dass Anton für uns ein spannender Kandidat ist, wurde inzwischen mehrfach angesprochen und ist klar geworden.“
Nach dem nun erfolgten Saisonende rechne Sarmiento damit, dass zeitnah Gespräche stattfinden könnten: „Ich hatte bisher noch nicht die Gelegenheit, direkt mit den Bambergern zu sprechen. Das wird dann, sobald es sinnvoll ist, passieren. Dann hoffe ich, dass wir einen guten Draht zueinander finden und über alles offen sprechen können.“
„Totaler Quatsch“: Sarmiento weist Vorwürfe zurück
An Spekulationen über Vertragsdetails oder Ablösesummen wolle sich Sarmiento derweil nicht beteiligen.
„Als Bayern München haben wir immer Interesse an ordentlichen Lösungen. Das, was teilweise suggeriert wird, dass wir Vertragsthemen spitzfindig ausnutzen, ist totaler Quatsch. Wir wollen eine klare und ordentliche Lösung“, stellte er klar.
Generell finde er es schade, dass der Konflikt auf Gavels Rücken ausgetragen werde: „Das hat jemand, der so viel für den deutschen Basketball getan hat, nicht verdient.“