Als rechter Flügelspieler hat sich Michael Olise sowohl beim FC Bayern als auch in Frankreichs Nationalmannschaft unverzichtbar gemacht. Sein Tempo, seine Dribbelstärke und nicht zuletzt sein guter Abschluss machen ihn beinahe zum Bilderbuch-Außenstürmer. Umso überraschender kommt jetzt eine Aussage des 24-Jährigen über seine Lieblingsposition.

„Ich glaube, es ist die Zehn. Es ist eine etwas freiere Rolle. Ich bin auf der Position aufgewachsen“, antwortete er in einem Interview mit der französischen Zeitung L’Équipe auf die Frage nach seiner Lieblingsposition.

Michael Olise könnte zukünftig in einer neuen Rolle auftreten
Michael Olise könnte zukünftig in einer neuen Rolle auftretenMichael Olise könnte zukünftig in einer neuen Rolle auftreten© IMAGO/Gribaudi/ImagePhoto

WM: In der Mitte macht Olise den Unterschied

In der Anfangszeit seiner Karriere habe er vor allem im Zentrum gespielt. Deshalb sei diese Rolle für ihn „etwas natürlicher. Vielleicht aktuell nicht, denn ich spiele heute auf dem Flügel, aber ich glaube, das fühlt sich für mich am natürlichsten an.“

In der Tat scheint ihm diese Rolle gut zu liegen. Im ersten WM-Spiel der Franzosen startete Olise wie gewohnt auf dem rechten Flügel und blieb, wie die gesamte französische Offensive, eher glücklos. Im zweiten Durchgang rückte er für Ousmane Dembélé in die Mitte und riss das Spiel direkt an sich. Mit zwei Torvorlagen hatte er schließlich erheblichen Anteil am 3:1-Sieg.

Konkurrenz für Musiala beim FC Bayern?

Seinen Vereinstrainer Vincent Kompany dürfte diese Variabilität sicherlich freuen, für einen anderen könnte das jedoch erhebliche Konkurrenz bedeuten. Beim deutschen Rekordmeister kommt auf der Zehn bevorzugt Jamal Musiala zum Einsatz. Der konnte nach seiner schweren Verletzung im Sommer 2025 bisher nur selten an seine Topleistungen anknüpfen.

Beim FC Bayern legte Olise über die rechte Seite 53 Scorerpunkte in 52 Spielen auf. Eine Leistung, die ihn schon jetzt zum Teil der Ballon-d’Or-Debatten macht. Würde ihn eine Umstellung noch stärker machen?

Mbappé adelt Olise – der bleibt bescheiden

Für seinen Nationalmannschaftskollegen Kylian Mbappé ist er jedenfalls schon jetzt die Zukunft. „Er ist sowohl der Spieler der Gegenwart als auch der Spieler von morgen“, hatte der Real-Stürmer großes Lob für ihn über.

Und Olise? Will davon wie gewohnt nichts hören: „Das ist ein riesiges Kompliment“, antwortete er ein wenig überrascht. Zustimmen wollte er der Aussage jedoch nicht: „Ja, ich bin ein Spieler der Gegenwart. Wenn ich weiterhin hart arbeite und auf dem Boden bleibe, hoffe ich, ein Spieler der Zukunft zu werden.“