Der jüngste Instagram-Post von Tori Penso hat eigentlich nichts mit der Fußball-WM zu tun. Es ist eine Werbeclip für den Hersteller von Cremes, Bodymilks und Gesichts-Lotionen. Tatsächlich könnte der Spot von argwöhnischen Beobachtern aber doch damit in Zusammenhang gebracht werden, dass die US-Amerikanerin als zweite Schiedsrichterin nach der Französin Stephanie Frappart vor vier Jahren eine Partie bei einer Männer-Endrunde leiten wird.
Seifen-Fabrikant Dove ist schließlich offizieller FIFA-Sponsor – und ob es beim Weltverband selbst bei den Referee-Ansetzungen immer porentief sauber zugeht, wird bekanntlich von vielen Seiten bezweifelt. Immerhin ist Penso, die am heutigen Donnerstag (JETZT im LIVETICKER) in Atlanta die Partie zwischen Tschechien und Südafrika leitet, hinsichtlich ihrer Leistungen über alle Zweifel erhaben.
Tori Penso pfiff schon Finale der Frauen-WM 2024
Die 39 Jahre alte Mutter dreier Töchter, deren Ehemann Chris ebenfalls schon auf der Schiedsrichter-Liste der FIFA stand, leitete vor zwei Jahren das Finale der Frauen-WM zwischen Spanien und England (1:0). Bei der Klub-WM im vergangenen Jahr war sie unter anderem bei der Begegnung zwischen Borussia Dortmund und Ulsan HD FC (1:0) im Einsatz. Zuvor pfiff sie bei Olympia 2024. Zudem ist Penso, die seit 2020 international ran darf, in der nordamerikanischen Major League Soccer (MLS) aktiv.
An Erfahrung mangelt es Penso, die von ihren Assistentinnen Brooke Mayo und Kathryn Nesbitt an den Seitenlinien unterstützt wird, also nicht. Das galt auch für Frappart bei der Endrunde in Katar – was ihr beim Spiel zwischen Deutschland und Costa Rica (4:2) am 1. Dezember 2022 einen Eintrag in die Fußball-Geschichtsbücher bescherte.
Die zweite Schiedsrichterin bei einer Männer-WM
Nun schlüpft Penso in die Rolle der Nummer zwei. Eine Nummer drei könnte noch folgen, die Mexikanerin Katia Garcia gehört zu den insgesamt 51 WM-Referees. Bei ihrer Abreise ins WM-Camp der Unparteiischen nach Miami fühlte sich Penso allerdings wie eine Nummer eins. Das Abschiedsfoto vor der Haustür mit ihren drei Töchtern („Es gibt keine bessere Cheerleader-Truppe“) versah sie online jedenfalls mit jeder Menge Pathos.
„Mich mit der Welt zu teilen, ist nicht immer leicht, aber das hier ist unser Moment“, schrieb Penso: „Wenn man höher greift, fordert man sich selbst heraus, um zur besten Version seiner selbst zu werden. Ich lasse mich voll auf diesen Moment ein und auf alles, was er bedeutet – für uns, für sie, für mich, für kommende Generationen.“
Und vielleicht hat die WM sogar Auswirkungen auf kurzfristige Partypläne: Die Endrunde läuft schließlich noch, wenn Penso am 8. Juli ihren 40. Geburtstag feiert.