Mexikos große Radsport-Hoffnung Isaac Del Toro hat das Sturzpech von Frankreichs Wunderkind Paul Seixas ausgenutzt und die Tour Auvergne-Rhone-Alpes gewonnen. Der 22-Jährige triumphierte am Sonntag auf der abschließenden schweren Bergetappe auf dem Plateau de Solaison und trat damit die Nachfolge seines Teamkollegen Tadej Pogacar an.
Seixas steigt bei Tour-Generalprobe aus
Der slowenische Topstar der UAE-Mannschaft fehlte diesmal beim traditionellen Vorbereitungsrennen auf die Tour de France, er fährt ab Mittwoch die Tour de Suisse.
Del Toro, der Pogacars wichtigster Helfer bei der am 4. Juli in Barcelona beginnenden Frankreich-Rundfahrt werden soll, hatte bereits die vorletzte Etappen am Samstag gewonnen und war mit 49 Sekunden Rückstand auf den in der Gesamtwertung führenden Australier Luke Tuckwell ins Finale gegangen. Am Schlussanstieg setzte sich der Mexikaner dann aber alleine ab und siegte mit genau einer Minute auf seinen spanischen Ex-Teamkollegen Juan Ayuso (Lidl-Trek). Tuckwell lag mit 1:43 Minuten Rückstand auf Rang acht.
In der Endabrechnung setzte sich Del Toro mit 54 Sekunden Vorsprung auf Tuckwell durch, Ayuso (+1:17 Minuten) wurde Dritter.
Seixas, drei Jahre jünger als Del Toro, war am Sonntag nach rund 30 km als Folge seiner Sturzverletzungen vom Vortag ausgestiegen. Der Jungstar des Decathlon-Teams war auf der vorletzten Etappe heftig gestürzt, hatte sich aber ins Ziel gekämpft. „Ich hatte Angst, mich schwer verletzt zu haben. Ich habe mir selbst gesagt, dass es vorbei ist“, sagte er über den Samstag.
Nach ersten Teamangaben habe sich Seixas diverse Schürfwunden zugezogen, aber keine strukturellen Verletzungen erlitten. Sein Tour-Start ist nach derzeitigem Stand nicht in Gefahr.
Seixas war im Frühjahr mit bemerkenswerten Auftritten bei Eintagesrennen und kürzeren Rundfahrten in die Weltspitze vorgedrungen. Experten trauten ihm aufgrund seiner damals gezeigten Leistungen zu, bei der Tour zumindest zeitweise mit den Größen Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard mithalten zu können. Frankreich wartet seit Bernard Hinault 1985 auf einen Triumph bei der Tour.