Mitfavorit Frankreich hat beim ersten WM-Härtetest gepatzt, der deutsche Gruppengegner Elfenbeinküste (Cote d’Ivoire) hingegen mit einem Überraschungssieg ein Zeichen Richtung DFB-Elf gesetzt. Die Ivorer bezwangen am Donnerstagabend den zweimaligen Weltmeister in Nantes verdient 2:1 (0:1).

Rayan Cherki von Manchester City (45.) traf zur Führung für die Franzosen. Guela Doué (63.) erzielte den Ausgleich und bereitete den Siegtreffer durch Amad Diallo (84.) vor. Doués Bruder Désiré, frischgebackener Champions-League-Sieger mit Paris Saint-Germain, spielt für Frankreich, blieb aber über die komplette Distanz auf der Bank.

Emmanuel Agbadou (l.) gegen Jean Mateta
Emmanuel Agbadou (l.) gegen Jean MatetaEmmanuel Agbadou (l.) gegen Jean Mateta© AFP/SID/FRANCK FIFE

Deschamps deutlich: „Es gibt keine Ausreden“

Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps ordnete die Partie beim TV-Sender TF1 ein: „Es ist eine Niederlage, das ist nie schön, auch wenn wir vor allem in der ersten Halbzeit einiges gut gemacht haben. In der zweiten Halbzeit war es schwieriger. Die vielen Wechsel haben nicht geholfen, es gab weniger Abläufe als mit den Spielern, die von Beginn an gespielt haben.“

Dennoch wurde er auch deutlich: „Es gibt keine Ausreden. Wenn afrikanische Mannschaften gegen Frankreich spielen, sind sie extrem motiviert. Sie haben viel Druck gemacht. Wir haben auch Fehler gemacht. Vor allem beim zweiten Tor waren wir zu langsam.“

Zwar meinte der Coach, dass es kurz vor dem Turnier wichtig sei, die Spielzeit auf die Akteure aufzuteilen, aber trotzdem appellierte er: „Das ist eine kleine Warnung, falls wir eine gebraucht hätten. Ich werde das auch nicht dramatisieren, genauso wenig wie ich mich begeistert gewesen wäre, wenn wir gewonnen hätten. Es ist eine Etappe, die nicht unbedingt positiv ist, weil es eine Niederlage ist.“

Dembélé kommt nicht zum Einsatz

Deschamps verzichtete noch weitgehend auf Spieler von PSG, das am Samstag in einem kräftezehrenden Finale gegen den FC Arsenal erneut die Champions League gewonnen hatte. Von Deschamps‘ PSG-Quintett um Weltfußballer Ousmane Dembélé stand kein Spieler in der Startelf, Dembélé kam wie Doué gar nicht zum Einsatz.

Bei den Franzosen begann Bayern-Ass Michael Olise und spielte bis zu seiner Auswechslung nach Halbzeit eins gut. Bei den Gästen blieb Leipzigs Jungstar Yan Diomande bei seinem Startelfeinsatz unauffällig. Der Hoffenheimer Bazoumana Touré wurde eingewechselt.

Vor der Abreise nach Nordamerika trifft Frankreich in einem finalen Test am Montag in Lille auf Nordirland. Das erste WM-Spiel bestreiten die Franzosen am 16. Juni gegen Senegal, danach geht es gegen Irak und Norwegen. Die Ivorer spielen am 20. Juni gegen Deutschland, zuvor gegen Ecuador und zudem gegen Curacao.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)