Im Augenblick des Triumphs kümmerte sich PSG-Star Marquinhos zunächst um den größten Unglücksraben.

Während seine Teamkollegen nach dem verschossenen Elfmeter von Arsenal-Verteidiger Gabriel jubelnd den Platz stürmten, um den erneuten Gewinn der Champions League vor der Fankurve zu feiern, drehte der Brasilianer Marquinhos ab und umarmte innig seinen Landsmann Gabriel, der mit den Tränen kämpfte.

Marquinhos (r.) spendet Gabriel nach dem verschossenen Elfer Trost
Marquinhos (r.) spendet Gabriel nach dem verschossenen Elfer TrostMarquinhos (r.) spendet Gabriel nach dem verschossenen Elfer Trost© IMAGO/Shutterstock

Gabriel und Marquinhos als Teamkollegen bei der WM

Bei der anstehenden WM in den USA, Kanada und Mexiko werden beide Spieler gemeinsam für Brasilien auflaufen. Bei der vergangenen Endrunde in Katar 2022 erging es Marquinhos ähnlich wie nun Gabriel, denn der Abwehrchef von PSG vergab beim Viertelfinal-Aus gegen Kroatien den entscheidenden Elfmeter für die Selecao.

Am Samstagabend war nun Gabriel aufseiten des englischen Meisters die tragische Figur. Nach der ersten Umarmung und aufbauenden Worten von Marquinhos kamen auch Teamkollegen der Gunners sowie weitere Spieler von Paris Saint-Germain hinzu und spendeten Trost.

Gabriel hatte den entscheidenden Elfer über die Latte geschossen. „Gabriel tut mir unglaublich leid, ich fand, er war heute der herausragende Spieler auf dem Platz“, sagte der frühere Weltklassetorhüter Peter Schmeichel bei CBS Sport.

Der ehemalige Arsenal-Star Thierry Henry war etwas überrascht, dass der Innenverteidiger zum Punkt ging. „Aber für mich ist jemand, der den Mut hat, dort hinzugehen und den Elfmeter zu schießen, jemand, der Wagemut und Entschlossenheit besitzt.“

Mertesacker: „Extreme Drucksituation“

Auch der frühere Gunners-Profi Per Mertesacker konnte sich als einstiger Innenverteidiger in Gabriels Lage hineinversetzen. „Es ist eine extreme Drucksituation“, sagte Mertesacker im ZDF. „Aber wann kommt ein Innenverteidiger mal in diese Lage, wirklich vor dem Tor zu stehen und diesen Abschluss zu suchen? Auch nach dem Training schießen ja immer eigentlich nur die Offensivspieler und üben den Torschuss. Die Innenverteidiger, die gehen ja rein. Die haben damit gar nichts zu tun.“

Paris verteidigte mit einem 4:3-Erfolg im Elfmeterschießen seinen Titel aus dem Vorjahr, nach 120 Minuten stand es 1:1.