Gary Anderson meidet zahlreiche Turniere auf der European Tour. Auch beim German Darts Grand Prix in München (LIVE auf SPORT1) fehlte der zweimalige Weltmeister im Teilnehmerfeld. Wieso eigentlich?
„Eigentlich hat es mir Spaß gemacht“, erzählte Anderson bei Online Darts: „Bis ich nach Polen kam und wir dreieinhalb Stunden beim Zoll standen. Da war für mich Schluss.“
Schlechte Erfahrungen bei der Einreise
Das erste Event in Krakau (Polen) war nämlich das einzige Turnier auf der European Tour in diesem Jahr, an dem Anderson teilnahm. Für die Turniere in Göttingen und Lebbeke (Belgien) sagte Anderson ab. Nun fehlt er auch in München.
Fans sollen bereits darüber spekuliert haben, dass der 55-Jährige das Interesse an der European Tour verloren habe.
Dem widersprach Anderson. „Reisen ist schwer genug. Aber dreieinhalb Stunden an der Grenze zu stehen – das ist einfach zu viel“, sagte er in Bezug auf seine Erfahrungen in Polen.
„Pass kurz prüfen, durchwinken, weiter geht’s – so sollte es laufen. Wenn das nochmal passiert, dann sehen sie mich dort nicht wieder“, wurde Anderson deutlich. Auch Jonny Clayton und weitere Stars hatten bereits organisatorische Probleme beklagt.
Der Run von Anderson bei der Darts-WM 2026
Und so will sich Anderson auf die Major-Turniere fokussieren. Bei der WM 2026 stieß der zweimalige Champion gar bis ins Halbfinale vor, ehe er sich Gian van Veen nach einem packendem Fight geschlagen geben musste (3:6 in Sätzen).
„Es ist das größte Turnier des Jahres. Irgendwie fügt sich dort immer alles. Frag mich nicht warum – vielleicht ist es einfach Glück. Aber genau da willst du deinen Höhepunkt haben“, erklärte der Schotte.
„Der Spielplan ist mörderisch“
In der Premier League ist Anderson hingegen nicht am Start. Erst im Januar hatte er im SPORT1-Interview bestätigt, dass er in keinem Fall antreten werde – selbst wenn man ihn für den elitären Kreis berücksichtigen sollte.
„Der Spielplan ist mörderisch. Schau dir die Jungs an, die mitmachen – selbst sie lassen Turniere aus, weil es zu viel wird. Das sagt alles. In meinem Alter musst du entscheiden, was du durchziehst“, sagte Anderson nun.
Der „Flying Scotsman“ schickte in diesem Zusammenhang eine Warnung an alle jungen Spieler: „Wenn du in den ersten Wochen nicht punktest, gerätst du schnell in eine Negativspirale. Das ist ein Alptraum – ich war da auch schon drin.“