Die Aufbruchsstimmung war den DSV-Adlern nach weitgehend enttäuschenden Weltcup-Ergebnissen zunehmend abhandengekommen. Der furiose Olympiasieg von Philipp Raimund war eines der wenigen deutschen Skisprung-Highlights der Saison.

Seit Mittwoch steht nun fest, wer das in Zukunft ändern soll. Der Österreicher Andreas Mitter wird als neuer Bundestrainer auf Stefan Horngacher folgen, der nach sieben Jahren im Amt seinen Abschied verkündet hatte. Nach Meinung des sechsmaligen Weltmeisters Markus Eisenbichler hat der Verband einen idealen Nachfolger gefunden.

Markus Eisenbichler spricht in den höchsten Tönen von Bundestrainer Andreas Mitter
Markus Eisenbichler spricht in den höchsten Tönen von Bundestrainer Andreas MitterMarkus Eisenbichler spricht in den höchsten Tönen von Bundestrainer Andreas Mitter© IMAGO/Ulrich Wagner

„Er ist immer gut drauf und versucht im Training, auch wenn es mal nicht so läuft, immer einen Spaß mit einzubringen“, sagte Eisenbichler bei Eurosport und erklärte, er habe immer „sehr gerne“ mit Mitter trainiert, der ab 2023 als Co-Trainer von Horngacher fungierte.

Eisenbichler schwärmt von neuem DSV-Trainer

Besonders als „sehr guter Organisator“, der immer den Überblick bewahrt, zeichne sich Mitter aus. „Das braucht man als Bundestrainer“, lobte Eisenbichler und führte aus: „Er ist ein Top-Mensch und Top-Trainer, da wurde eine sehr gute Entscheidung getroffen.“

Darüber hinaus überzeuge der neue Bundestrainer durch „seine lockere Art“. Laut Eisenbichler könne Mitter die Athleten so auch in schlechten Phasen wieder aufbauen.

Zwar komme auf den Österreicher nun zunächst viel Arbeit zu, dennoch zeigte sich Eisenbichler zuversichtlich, dass der neue starke Mann ein klares Konzept verfolgen werde.

„Seine Hauptaufgabe wird sein, dass er eine andere Struktur etabliert und den Fokus wieder mehr auf das Fliegen legt – und nicht nur auf den Absprung“, meinte der 35-Jährige. Für die Springer werde sich nicht viel ändern, „eine andere Philosophie“, dürfte sich aber bemerkbar machen.

Mehr Freiheiten unter Mitter?

Im Vergleich zu seinem Vorgänger könnten besonders die erfahrenen DSV-Stars von mehr Freiheiten profitieren. „Die Trainingsmethoden unter Stefan waren eher strikt und folgten einem strengen Plan“, offenbarte Eisenbichler und merkte an, dass Mitter künftig an dieser Stelle ansetzen könnte. „Ich kenne ihn noch von meiner aktiven Zeit und er war damals sehr gestaltungsfreudig.“

Auch grundsätzlich befürwortete Eisenbichler den Wechsel auf dem Trainerposten. „Wenn alles gleich bleibt, bedeutet das irgendwann auch auf der Schanze Stillstand. So gibt es Veränderungen, neuer Input fließt in das Training ein. Ich persönlich fand solche Umstellungen immer gut“, sagte der gebürtige Oberbayer. Allerdings lobte er auch die Arbeit der ehemaligen Bundestrainer Horngacher und Werner Schuster.