Bundestrainer Julian Nagelsmann hat seinen besonderen Kurs bei der Personalie Leon Goretzka genau erklärt und seine viel diskutierten Aussagen präzisiert. „Ich habe gesagt, er hat gute Chancen zu spielen. Zwischen ‚spielen‘ und ‚spielen‘ gibt es aber Unterschiede. Spielen kann auch zwei Minuten heißen. Ich habe mich bewusst dazu entschieden, Leon trotz wenig Spielzeit ein gutes Gefühl zu vermitteln. Das ist nochmal anders zu bewerten als bei einem Tom Bischoff, Lennart Karl oder Said El Mala“, sagte der Bundestrainer am Donnerstag auf der Pressekonferenz zur Kadernominierung für die anstehenden Länderspiele. 

„Wir haben schon eine besondere Historie aufgrund der EM, wo er natürlich super frustriert war, dass er nicht dabei war. Und in meinen Augen gab es damals sicher auch Kommunikationsthemen, die nicht optimal verlaufen sind. Wo man Dinge unterschiedlich interpretiert hat, die wir ausgeräumt haben“, so Nagelsmann weiter.

Julian Nagelsmann hat über Leon Goretzka gesprochen
Julian Nagelsmann hat über Leon Goretzka gesprochenJulian Nagelsmann hat über Leon Goretzka gesprochen© IMAGO/Kirchner-Media

Nagelsmann: Darum ist Goretzka auch fest für die WM eingeplant

Der Bundestrainer stellte klar: „Ich habe bewusst, um ihn mit der Aussage auch zu stärken, ihm das Gefühl geben wollen: Er muss nicht um die WM zittern. Wenn er gesund ist, ist er dabei.“ 

Das sei allerdings kein Freifahrtschein. Mit Felix Nmecha gebe es in der deutschen Nationalmannschaft einen weiteren Spieler, der im Mittelfeld eine gute Rolle spielen könnte.

Außerdem benötige Goretzka im Saisonendspurt mehr Einsätze in München als zuletzt. „Rein aus physiologischen Gesichtspunkten, um in den USA bei der Hitze auch viele Minuten sammeln zu können“, beteuerte Nagelsmann, der dem 31-Jährigen einen Anreiz geben wollte, weiter dranzubleiben.

DFB-Team: Aussagen zu Goretzka sorgen für Aufsehen

Anfang März stärkte Nagelsmann Goretzka den Rücken, obwohl dessen Rolle in München häufig nur untergeordnet ist, und sorgte damit für bundesweites Aufsehen.

„Wir vermissen in Deutschland schon einen richtig stabilen, zweikampfstarken Sechser – auch in der Luft“, sagte er damals dem kicker. Seine Optionen im DFB-Mittelfeld seien spielstark und ballsicher, bräuchten aber oftmals einen klaren Partner neben sich.

Was Nagelsmann am Profi vom FC Bayern schätzt

Goretzka habe den Bundestrainer insbesondere durch seine physische Präsenz, seine konsequenten Strafraumeinsätze und seine Wirkung bei langen Bällen überzeugt. „Stand jetzt wird Leon Goretzka, trotz weniger Spielzeit bei den Bayern, gute Chancen haben, zu spielen und eine ähnliche Rolle zu haben wie in der WM-Quali“, betonte Nagelsmann.

Im vergangenen Jahr war Goretzka in den sechs Partien gegen die Slowakei, Nordirland und Luxemburg gesetzt und stand nur einmal nicht in der Startelf. Deshalb wurde zuletzt spekuliert, dass ihm auch beim anstehenden Turnier im Sommer ein Platz in der Anfangsformation winken könnte.