La-Liga-Präsident Javier Tebas hat angekündigt, gegen die „nicht zukunftsfähigen“ Transferausgaben der Premier League vorgehen zu wollen. (NEWS: La-Liga-Boss wirft PSG Betrug vor)

In einem Bericht will er sich an die UEFA wenden und diese vor einer „Bedrohung des zukunftsfähigen europäischen Fußballs“ warnen.

Über 2,24 Milliarden Euro haben die Vereine der Premier League in diesem Sommer für Transfers ausgegeben, während nur 885 Millionen Euro durch Abgänge eingenommen wurden. Am Ende stehen die Engländer dabei bei einem Negativ-Saldo von 1,355 Milliarden Euro.

Zum Vergleich: Die spanische Liga liegt bei Ausgaben von 462 Millionen bei einem Negativ-Saldo von lediglich 42 Millionen.

Tebas fürchtet deswegen eine große Bedrohung für den europäischen Fußball. „Die Einnahmen der Premier League sind 1,8-mal höher als die der La Liga oder der Bundesliga, aber dieser Negativbetrag ist 20-mal höher als in der spanischen Liga, beklagt sich Tebas: „Irgendetwas macht da keinen Sinn, also was passiert da?“ (NEWS: PSG-Boss: „Wer ist Tebas?“)

Finanzspritzen der Eigentümer in der Premier League

„Die Kapitalzufuhr von Klubbesitzern aus der Premier League dient dem Verlustausgleich“, versteht Tebas: „Es wäre normal, wenn sie doppelt so viel Geld (wie LaLiga oder Bundesliga) ausgeben würden, aber sie haben viel mehr ausgegeben als nur das. Das kann nur möglich sein, wenn die Eigentümer ihre Scheckbücher zücken…“

„In La Liga gab es Kapitalaufstockungen in Höhe von 277 Mio. Euro. In der Premier League waren es 2,376 Mrd. , die als Zuschüsse und Darlehen bereitgestellt wurden. In der Championship waren es 1,385 Mrd. Euro. Selbst die Championship hat in fünf Jahren circa 3 Milliarden verloren“, erklärt Tebas weiter, der von den Verlustbegrenzungen der Premier League wenig hält:

„Ich weiß, dass es in der Premier League ein Modell gibt, das die Verluste auf 123 Mio. Euro begrenzt, aber wollen wir wirklich solche unnachhaltigen Modelle? Was passiert, wenn die Eigentümer aufhören, ihr Geld zu investieren?“ (NEWS: Wegen Mbappé: LaLiga-Boss geht gegen PSG vor)

Bundesliga und La Liga die einzigen nachhaltigen Wettbewerbe

„Die Fußballindustrie hat sich verändert und es gibt viel mehr Geld“, folgert Tebas, für den damit aber auch mehr Kontrolle benötigt wird: „Wenn es keine Kontrolle gibt, könnten wir die Branche selbst gefährden.“

Lob gab es dagegen für die deutsche Liga. „Die beiden Wettbewerbe, die am nachhaltigsten sind, sind La Liga und die Bundesliga, und wir müssen wirklich für die Nachhaltigkeit kämpfen“, verlangt Tedas: „Vor 10 Jahren waren wir noch nicht so wie die Bundesliga, aber jetzt sind wir es. Wir werden das alles der UEFA vorlegen, und es ist wichtig für alle anderen europäischen Ligen, denn wir wollen einen nachhaltigen europäischen Fußball.“