Platz 5 und 9 beim ersten Qualifying des Jahres: Vergleicht man die Ergebnisse der vergangenen Jahre, ist das Resultat in Bahrain für Mercedes ein herber Rückschlag – doch laut Lewis Hamilton und Teamchef Toto Wolff lief es sogar besser als erwartet.
Nur Weltmeister Max Verstappen hält von Hamiltons Tiefstapelei wenig und reagiert bereits nach dem Training mit einem ironisch gemeinten Kommentar. Mit seinem eigenen zweiten Startplatz zeigt sich der Red-Bull-Pilot derweil zufrieden. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Formel 1)
Bei Mick Schumacher und Nico Hülkenberg gibt es am Samstag gemischte Gefühle – während bei einem das Auto super funktioniert, ist der andere mit seiner fahrerischen Leistung zufrieden. Nur mit dem jeweiligen Gegenpart hadern sie. (F1-Auftakt in Bahrain am So. ab 16 Uhr im LIVETICKER)
SPORT1 fasst die Stimmen zum Rennwochenende in Bahrain von Sky, aus der Boxengasse und der Pressekonferenz zusammen.
Charles Leclerc (Ferrari), Startplatz 1:
„Die vergangenen Jahre waren schwierig für das Team, aber wir waren hoffnungsvoll, dass uns diese neue Gelegenheit nach vorne spülen würde. Wir haben als Team extrem gut gearbeitet und zu uns zurückgefunden. Ich bin sehr happy. Das Qualifying war sehr schwierig, aber ich habe es in Q3 dann doch hingekriegt.“ (DATEN: Der Rennkalender der Formel 1)
… über die Chancen im Rennen: „Wir waren ziemlich sicher, dass die Red Bull etwas schneller sein werden als wir – aber angenehme Überraschung, das war nicht der Fall. Wir müssen schauen, dass wir am Sonntag im Rennen vorne bleiben. Wenn die Reifen abbauen, kann es ein Problem werden – das ist eine große Unbekannte noch. Die Pace ist da, aber das Rennen ist lang.“
Max Verstappen (Red Bull), Startplatz 2:
„Es war ein bisschen Hit and Miss. Q2 war gut, in Q3 hatte ich ein wenig Probleme mit der Balance. Aber es war insgesamt ein guter Start. Nicht fantastisch, aber auch nicht zu schlecht. Ich muss mir auch noch paar Dinge anschauen, die ich besser machen kann. Es war ein enger Kampf mit Ferrari und ich hoffe, es wird ein spannendes Rennen.“
… nach dem Training am Freitag auf Hamiltons Andeutung, Mercedes sei erst im Mai siegfähig: „Ja, Mercedes hat ein grauenvolles Auto und wird hinterherfahren, wenn es nach ihren Aussagen geht – und das ist schon seit 2017 so! Nein, ernsthaft jetzt – natürlich wird Mercedes konkurrenzfähig sein.“
Carlos Sainz jr. (Ferrari), Startplatz 3:
„Charles hat es am Ende gezeigt, was im Auto steckt. Wir sind zufrieden mit den Fortschritten, die wir gemacht haben. Ich tat mich schwer damit zu verstehen, wie ich das Auto überhaupt fahren muss. Nach den Trainings um die Pole kämpfen zu können, ist eine gute Nachricht für mich. Charles war das ganze Wochenende vorne, er hat die Pole verdient.“
Lewis Hamilton (Mercedes), Startplatz 5:
„Ich empfinde es als guten Tag. Ich bin zufrieden damit, was wir erreicht haben. Natürlich ist es nicht P1, aber wir hatten die Probleme schon vor dem Wochenende. Das war kein Bluff. Wir haben gute Fortschritte gemacht und ich habe alles rausgeholt aus dem Auto. Die Jungs, die vor uns starten, sind in einer eigenen Liga unterwegs.“
… über die Chancen im Rennen: „Die Spitzenreiter werden wegziehen, sie waren am Freitag im Renntrimm eine Sekunde schneller unterwegs. Ich werde wohl mit den Jungs dahinter kämpfen und natürlich nichts unversucht lassen, um so schnell wie möglich zu sein. Aber wie gesagt, die Jungs vor mir sind ein ganzes Stück schneller.“
… über den Ausblick für die Saison: „Wir haben kleine Schritte nach vorne gemacht in den zwei Tagen. Ich hoffe, nächste Woche gibt es noch einmal einen Schritt vorwärts, sodass wir den Abstand weiter verringern.“
Kevin Magnussen (Haas), Startplatz 7:
„Das war völlig verrückt. Ich stehe hier auf P7 und bin ins Q3 gekommen, was zum letzten Mal 2019 passierte, glaube ich. Vor zwei Wochen hatte ich noch nicht einmal ein F1-Cockpit und jetzt starte ich morgen aus der vierten Reihe – oder dritten Reihe? P7 – was ist das? Dritte Reihe?“
Toto Wolff (Mercedes-Teamchef):
„Die Rennpace war in den vergangenen Tagen noch schlechter als die in der Quali. Im Moment ist ‚Jugend forscht‘ das Motto. Desto mehr wir fahren, umso besser wird es werden. Das Problem ist, dass uns das Pumpen über die ganzen Testtage so viele Schwierigkeiten bereitete.“
… über seine Erwartungen für die Saison: „Im Laufe der Zeit werden sich die üblichen drei Teams wohl schon vorne absetzen, aber der Haas war echt stark und auch der Valtteri. Wir brauchen ein paar Rennen, um uns auszusortieren – und dann sind wir wieder da.“
… über welches Ergebnis er glücklich wäre: „Etwas besser als das, wo wir von der Pace gerade stehen. Also wenn wir unter die ersten Fünf kommen könnten, Vierter oder Dritter, das wäre echt gut.“ (DATEN: Die Fahrerwertung der Formel 1)
Mick Schumacher (Haas), Startplatz 12:
„Am Samstagvormittag war es bereits eine turbulente Session. Es war so ein Gefühl im Auto, was einfach nicht gepasst hat. Wir hatten ein Auto, was es auf alle Fälle ins Q3 hätte schaffen können – von daher schade, dass mir das nicht gelungen ist. Ich bin nicht ganz zufrieden mit dem Tag heute.“
Am Sonntag startet die Formel1 in die neue Saison, Mick Schumacher geht dabei selbstbewusst mit seinem neuen Haas-Boliden an den Start.
… über sein Ziel für das Rennen: „Punkte. Das ist möglich, glaube ich. Mit einer guten Strategie sollten wir in eine Position kommen, in der wir das schaffen können.“
Nico Hülkenberg, (Aston Martin), Startplatz 17:
“Es war cool. War natürlich kurz und prägnant – aber ich bin zufrieden mit den Runden. Für mich persönlich war es ohne Vorbereitung das Wichtigste, alles rauszuquetschen, was geht. Das ist mir gelungen. Leider reichte es nur für Rang 17, aber am Sonntag greifen wir noch einmal an.“
… über das schwache Abschneiden von Aston Martin: „Als Team sind wir damit sicher nicht zufrieden. Die Ambition ist ganz eine andere. Es liegt eine Menge Arbeit vor uns und dem Team.“
Mattia Binotto (Ferrari-Teamchef):
„Das ist fantastisch, wir sind alle zufrieden. Es war ein guter Winter und für das Team ist es eine tolle Belohnung. Jetzt haben wir das erreicht, was wir erreichen wollten. Das ist gut für uns, die Tifosi – und vielleicht auch insgesamt für die Formel 1.“