England will zum ersten Mal nach 60 Jahren wieder ins WM-Finale einziehen. Vor dem Halbfinale gegen Argentinien (21 Uhr im LIVETICKER) hat es öffentliche Diskrepanzen zwischen Nationaltrainer Thomas Tuchel und Mittelfeld-Star Jude Bellingham gegeben.

Darauf wurde der deutsche Coach auf der Pressekonferenz vor dem Halbfinal-Kracher angesprochen. „Ich glaube, unsere Äußerungen entspringen dem gleichen Antrieb, nämlich dem Wettbewerbsgeist und dem Wunsch, im Wettkampf die Nase vorn zu haben“, betonte Tuchel.

Thomas Tuchel sieht kein Problem in den Worten Jude Bellinghams
Thomas Tuchel sieht kein Problem in den Worten Jude BellinghamsThomas Tuchel sieht kein Problem in den Worten Jude Bellinghams© IMAGO/Shutterstock

Tuchel lobt Bellingham in den höchsten Tönen

Nach dem Sieg gegen Norwegen war Tuchel nicht zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft und kritisierte sie, wobei er auch lobende Worte fand. Kurz danach wurde Bellingham auf die Kritik angesprochen und er äußerte daraufhin sein Unverständnis.

„Er wurde einfach mit der negativen Seite konfrontiert. Ich habe ihn als Weltklasse-Spieler bezeichnet. Ich habe gesagt, dass er wieder Weltklasse-Aktionen gezeigt hat, um das Spiel zu entscheiden. Ich habe gesagt, dass die Mentalität dieser Mannschaft herausragend ist“, stellte der 52-Jährige jetzt klar.

Tuchel zieht skurrilen Pferde-Vergleich

Tuchel konnte Bellinghams Reaktion aber nachvollziehen und meinte, dass er vermutlich ähnlich reagiert hätte, wenn er „120 Minuten gespielt, zwei Tore geschossen und buchstäblich alles gegeben hätte, was in mir steckt. Das ist einfach eine ganz normale Reaktion für einen Spieler mit seiner Mentalität.“

Englands Nationaltrainer berichtete, dass er im Anschluss in der Kabine einen ähnlichen Ton angeschlagen habe, um seine Botschaft zu vermitteln.

Bellinghams Äußerungen waren eine Anspielung auf Tuchels Spielerkarriere, die der Deutsche selbst mit einem Schmunzeln als „bestenfalls mittelmäßig“ beschrieb. Tuchel fügte aber hinzu: „Ich glaube nicht, dass man selbst gespielt haben muss, um Trainer zu sein. Ein lustiges Zitat: Man muss kein Pferd sein, um ein guter Jockey zu sein!“