Die scharfe Kritik aus der Politik an der UEFA hält an. „Mir fehlt jedes Verständnis für das lediglich gewinnorientierte Agieren der UEFA“, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Europa-SPD Tiemo Wölken dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Der Verband gefährde mit seinem Verhalten „Menschenleben und kann uns in der Pandemiebekämpfung weit zurückwerfen“.
Die Kritik entzündet sich an den hohen und für die Finalspiele sogar steigenden Zuschauerzahlen bei der Fußball-EM und inzwischen Tausenden Corona-Infektionen, die nachweislich in Zusammenhang mit dem Turnier stehen. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht die UEFA „für den Tod von vielen Menschen verantwortlich“. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) nannte das Zuschauerszenario „unverantwortlich“.
Peter Liese (CDU), Gesundheitsexperte der europäischen Konservativen, sagte dem RND: „Es ist mittlerweile leider bewiesen, dass die EURO 2020 ein Pandemietreiber ist.“ Das belegten Beispiele aus den Teilnehmerländern Finnland und Schottland.
Der Grünen-Europaabgeordnete Sven Giegold nahm die Regierungen der elf Gastgebernationen mit in Haftung. „Es ist kein gutes Zeichen für die Demokratie, wenn Regierungen vor einem durch Korruption gekennzeichneten Fußballverband kuschen“, sagte er.
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