Ex-Bayern-Verantwortlicher Michael Reschke hat Kritik an der Transferpolitik des Rekordmeisters geübt – und damit Trainer Thomas Tuchel indirekt Rückendeckung gegeben.
„Wenn die Bayern-Verantwortlichen die Zeit zurückdrehen könnten, würden sie das sicherlich tun und einen oder zwei defensive Spieler mehr verpflichten“, betonte Reschke, der von 2014 bis 2017 als Technischer Direktor bei den Bayern aktiv war, im Interview mit Spox & Goal: „Sie wären jetzt froh, wenn sie den Kader im Sommer breiter aufgestellt hätten.“
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Deswegen ist sich Reschke sicher, dass die Münchner im kommenden Winter-Transferfenster auf dem Transfermarkt zuschlagen werden: „Nun werden sie halt im Winter nachlegen“, sagte er. Zu spät sei das nicht, denn „die Saison entscheidet sich ohnehin erst im Frühling“.
Reschke adelt Eberl
Tuchel hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, dass der Bayern-Kader nicht breit genug aufgestellt sei. So wünschte er sich eine sogenannte „Holding Six“ – ebenso einen neuen Außenverteidiger. Beide Transfers scheiterten in der Sommer-Transferphase.
Neben der aktuellen Transferlage beim Rekordmeister sprach Reschke auch über den bei RB Leipzig freigestellten Max Eberl: „Max ist ein absoluter Top-Mann. Er hat ein sehr gutes Gespür für die Stimmung in einem Team, Kader-Situationen und kann auf ein komplexes internationales Netzwerk zurückgreifen“, lobte Reschke den langjährigen Gladbach-Macher.
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In Leipzig habe es trotz „der Trennung kein einziges negatives Wort über seine sportliche Kompetenz“.
„Ich weiß, dass Uli Hoeneß ihn sehr schätzt“, verriet der Ex-Bayern-Manager. „Das habe ich sowohl selbst erlebt als auch über Bande von Beratern und Klub-Vertretern gehört“, sagte Reschke. „Max schafft es in Verhandlungen, Menschen einzufangen. Wenn er von etwas überzeugt ist, verfolgt er ein Thema nachhaltig und mit Leidenschaft.“
„Sprechen Sie mal mit Pep Guardiola oder Mauricio Pochettino“
Besonders Lob bekam neben Eberl auch Marco Neppe, Bayerns Technischer Direktor, der für seine Beteiligung an den starken Transfers von Alphonso Davies, Jamal Musiala und Mathys Tel für Reschke zu wenig Wertschätzung erhalte.
„Das Investment für die drei betrug insgesamt rund 40 Millionen Euro. Heute liegt ihr gemeinsamer Transferwert bei deutlich über 200 Millionen Euro“, argumentierte Reschke.
„Diese Bilanz spricht Bände“, stellte der Ex-Manager klar. „Marco hat seine Rolle öffentlich immer sehr zurückhaltend interpretiert und sich nie in den Vordergrund gedrängt. Daraus folgt zwangsläufig, dass seine Leistung öffentlich nicht entsprechend wertgeschätzt wird. In internationalen Fachkreisen besitzt er aber eine sehr hohe Reputation. Sprechen Sie mal mit Pep Guardiola oder Mauricio Pochettino über ihn!“