Wo ist Peng Shuai?
Diese Frage beschäftigt die Tennis-Welt bereits seit ihrem Verschwinden Anfang November. Seit ihrem kuriosen Auftritt bei den olympischen Spielen in Peking ist jedoch ruhig geworden um die Chinesin, die im vergangenen Jahr mit schweren Vorwürfen eines sexuellen Übergriffs gegen einen hochrangigen Parteifunktionär ihres Landes an die Öffentlichkeit gegangen war.
Nun haben vier Männer in Wimbledon für Aufsehen gesorgt. Sie trugen ein T-Shirt mit der Aufschrift „Wo ist Peng Shuai?“ und wollten dabei Aufmerksamkeit für die immer noch unklare Situation schaffen.
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Das war jedoch nicht im Sinne der Verantwortlichen. „Wir sind hierhergekommen, um die Aufmerksamkeit etwas zu schärfen, aber Wimbledon hat es geschafft die Sache noch schlimmer zu machen“, erklärt Will Hoyles, einer der Aktivisten, der englischen Zeitung The Guardian.
Harte Kritik an Wimbledon
Hoyles schildert dabei im Detail, wie mit ihnen umgegangen wurde: „Sie haben uns viele Fragen gestellt, wie was wir machen würden, warum wir hier seien und was wir bereits gemacht haben. Wir haben geantwortet, dass wir nur umhergehen und mit einigen Leuten sprechen würden – und das war der Punkt, an dem sie misstrauisch wurden.“
Mitglieder des Turnierstabs sollen den vier Aktivisten, die der „Free Tibet“-Kampagne angehören, dann verboten haben, Leute anzusprechen. „Sie haben immer wieder gesagt, dass der Club nicht politisch ist“, erzählt Hoyles.
Das ruft reichlich Kritik hervor. So schrieb die als politisch bekannte Tennis-Ikone Martina Navratilova auf Twitter: „Was? Sie dürfen nicht sprechen?!? Was zur Hölle?“
Auch der ehemalige Arbeitsminister Iain Duncan Smith schaltete sich ein und fand deutliche Worte: „Liebes Wimbledon, im Gegensatz zu Xi‘s China schätzen wir freie Meinungsäußerung in unserem Land.“
Wimbledon sieht Fehler ein
Wimbledon ist nicht das erste Grand-Slam-Turnier, dass eine Protestaktion für Shuai verbietet. Bereits Anfang des Jahres wurden solche T-Shirts von den Australian Open verboten.
„Unsere Eintrittsbedingungen erlauben keine Kleidung, Banner oder Schilder, die kommerziell oder politisch sind“, sagte damals ein Sprecher von Tennis Australia.
In Wimbledon scheint die Sache nach interner Klärung eine andere Richtung genommen zu haben. The Guardian zitiert einen Sprecher mit der Versicherung: „Die Personen genießen nun den Tag und dürfen weiterhin die T-Shirts tragen.“