Für den ganz großen Coup hat es bei Tatjana Maria nicht gereicht. (NEWS: Marias Finaltraum geplatzt)

Und dennoch hat die 34-Jährige, die in Wimbledon als zweifache Mutter bis ins Halbfinale vorgestürmt ist, die Herzen der Fans im Sturm erobert. Auch Halbfinalgegnerin Ons Jabeur war von Marias Leistung mehr als beeindruckt.

Nach dem verwandelten Matchball und dem Handshake am Netz zog die gute Freundin von Maria die Bad Saulgauerin nochmal auf den Platz und reckte ihren Arm zum Jubel in die Luft. „Ich wollte diesen Moment mit ihr teilen“, beschrieb Jabeur die Szene im Anschluss im Siegerinterview und fügte hinzu: „Sie ist solch eine große Inspiration für viele Spielerinnen. Dieses Comeback mit zwei Kindern – ich kann es immer noch nicht glauben, dass sie das geschafft hat.“ (NEWS: Alles zu Wimbledon)

Auch für Maria war dieser emotionale Moment etwas Besonderes. „Es war unglaublich. Es war eigentlich ihr Moment“, beschrieb sie die Situation bei Sky aus ihrer Sicht und fügte fast ungläubig hinzu: „Sie ist gerade in Wimbledon in das Finale eingezogen und wollte es unbedingt mit mir feiern.“ (BERICHT: Marias Duell gegen Tante Ons)

Tatjana Maria am Samstag deutsche Meisterin?

Vor Ort wird Maria ihrer Freundin jedoch nicht die Daumen drücken. Maria und ihre Familie werden definitiv nicht in London bleiben. Wo sie das Finale verfolgen wird, ist noch offen. „Es gibt mehrere Optionen“, sagte sie.

Eine dieser Optionen ist die Bundesliga am Samstag, wo ihr Verein TC Bredeney um die deutsche Meisterschaft kämpft. Vielleicht kommt es dort sogar zur Vereinigung mit Jule Niemeier, die ebenso wie Maria in den vergangenen fast zwei Wochen für Furore gesorgt hatte. Im Viertelfinale in Wimbledon standen sich die beiden Mannschaftskolleginnen noch als Kontrahentinnen gegenüber, nun könnten sie zusammen um den Titel spielen.

„Ich weiß nicht, was ihr Plan ist. Aber vielleicht sehen wir uns am Samstag wieder – diesmal in einer Mannschaft“, sagte Maria.

Kampfansage: „Noch einiges möglich“

Bis dahin will sie die letzten zwei Wochen aber nochmal Revue passieren lassen und genießen: „Es ist definitiv einer meiner größten Momente im Tennis. Dass ich das erleben darf mit meiner Familie, macht mich unheimlich stolz.“

Den Erfolg sieht sie zudem als Ansporn: „Auch wenn es in Wimbledon keine Punkte gibt, werde ich zum ersten Mal wieder Top 100 sein nach meinen zwei Kindern. Wenn ich so weiterspielen kann, ist noch einiges möglich, weil ich jetzt auch daran glauben kann, dass ich vorne mitspielen kann.“

Das klingt fast schon wie eine Kampfansage. Und nach dem verpassten Wimbledonfinale gibt es am Samstag vielleicht doch noch einen Titel zu feiern – unter Umständen gemeinsam mit Jule Niemeier.