Der Abschied von Sami Khedira bei Real Madrid rückt immer näher.
Nach SPORT1-Informationen ist ein Wechsel bis zum Ende der Transferperiode am 1. September wahrscheinlich.
Denn der Champions-League-Sieger will den Weltmeister unbedingt noch vor Vertragsende im Sommer 2015 mit Gewinn verkaufen.
„Bei Real bin ich ja gerade ein bisschen außen vor. Bis zum 31. August ist alles möglich“, sagte Khedira der „Bild“.
Bei Real auf dem Abstellgleis
Der Mittelfeldspieler spielt in den Plänen von Trainer Carlo Ancelotti keine Rolle mehr und wurde beim Supercup-Rückspiel gegen Atletico Madrid (0:1) erst gar nicht in den Kader berufen.
Wie groß die Distanz bereits ist, zeigte die Tatsache, dass sich Khedira anstelle des Supercups lieber das Zweitligaspiel seines Bruders Rani mit RB Leipzig gegen Erzgebirge Aue 1:0 (1:0) ansah.
„Ich habe es ihm erlaubt“, sagte Ancelotti und widersprach damit spanischen Medienberichten über eine unerlaubte Abwesenheit.
„Tolles Stadion, tolle Stimmung“, lobte Khedira derweil die Atmosphäre in Leipzig.
Ein Wechsel ist allerdings kein Thema, auch wenn Bruder Rani das als „Traum“ bezeichnete.
Rangnick: „Für uns ist er zu alt“
Und das nicht einmal wegen der zweifelsohne auch für Geldgeber Red Bull exorbitanten Gehaltsvorstellungen.
„Wir können realistisch einschätzen, was wann geht“, erklärte Sportdirektor Ralf Rangnick im Gespräch mit SPORT1.
„Im Übrigen ist er auch – und das gilt selbst für einen Sami Khedira – für unser Anforderungsprofil inzwischen schon ein paar Jahre zu alt.“
Real will 25 Millionen
Den meisten anderen Vereinen ist der 27-Jährige dagegen offenbar zu teuer. Da ist zum einen die bisher von Real avisierte Ablöse von 25 Millionen Euro, die wohl erst in den letzten Tagen des Transferfensters deutlich sinken wird.
Zum anderen sollen die angeblich sehr hohen Gehaltsforderungen einer Einigung mit Khedira im Weg stehen.
Laut spanischen Medienberichten verdient der Nationalspieler seit seinem Wechsel vom VfB Stuttgart nach Madrid nach der WM 2010 rund fünf Millionen Euro.
Damit liegt Khedira nicht mal unter den Top-15-Verdienern bei Real, weshalb der spanische Rekordmeister im Frühjahr eine Vertragsverlängerung mit deutlich angehobenem Salär angeboten haben soll.
Zwei Millionen zu viel
Doch mehrere Verhandlungsrunden verliefen ergebnislos, weil die Khedira-Seite angeblich rund zwei Millionen Euro mehr als das Real-Angebot gefordert haben soll.
Seitdem herrscht Schweigen zwischen allen Beteiligten.
Das Interesse anderer Topklubs hält sich bis jetzt jedoch auch in Grenzen.
Der immer wieder kolportierte FC Bayern hat nach SPORT1-Informationen kein Interesse, auch der FC Arsenal bestritt jeden Kontakt.
Bleiben neureiche Vereine wie Paris St. Germain und AS Monaco, wo das Geld aber aufgrund der Vorgaben des UEFA Financial Fairplay auch nicht mehr so locker wie früher sitzt.
United und Neapel interessiert
Konkreter scheint das Interesse von Manchester United und aktuell des SSC Neapel.
Die Süditaliener könnten die genannten Summen zwar auch nicht bieten, Trainer Rafael Benitez setzt aber auf seinen guten Draht nach Madrid.
Der einstige Real-Nachwuchscoach lockte bereits Higuain, Albiol und Callejon von den „Königlichen“ nach Süditalien.
Maßgeblich dürfte nun sein, ob der Vorjahresvierte der Serie A trotz des 1:1 im Hinspiel nächsten Mittwoch bei Athletic Bilbao die Teilnahme an der lukrativen Champions League schafft.
Khediras Berater Jörg Neubauer wollte auf Nachfrage von SPORT1 die Gerüchte um einen möglichen Wechsel wiederholt weder kommentieren noch dementieren.
Der Poker wird wohl bis Anfang September weitergehen. Vor einem Jahr hätte der Mittelfeldspieler übrigens fast am letzten Tag der Wechselperiode Real verlassen.
Damaliger Interessant: Der FC Chelsea, dessen Coach Jose Mourinho Khedira einst nach Madrid holte. Auch diesmal kein schlechter Tipp.