Eiskunstläuferin Kamila Walijewa hat eine olympische Medaille knapp verpasst. Die unter Dopingverdacht stehende Russin, schon als „Jahrhundertläuferin“ gefeiert, kam lediglich auf Rang vier.
Die 15-Jährige hatte nach dem großen Wirbel der vergangenen Tage sichtlich zu kämpfen und stürzte gleich zwei Mal. (NEWS: Walijewa-Trainerin nach Drama eiskalt)
SPORT1 zeigt die internationalen Pressestimmen nach dem Drama um ein Wunderkind und dem russischen Doppelsieg durch Anna Shcherbakova und Alexandra Trusova, die selbst einen krassen Gefühlsausbruch erlebte.
Nach den besorgniserregenden Bildern der Eiskunstlauf-Kür der 15-jährigen Kamila Walijewa hat sich Thomas Bach bestürzt über das Umfeld der Russin gezeigt.
Russland
Sport Express: „Kamila Walijewa hat ihr Bestes gegeben, und sie kann schon dafür als Heldin bezeichnet werden, dass sie das Eis betreten hat. Aber die Umstände, mit denen sie konfrontiert war, mussten sich auf ihre Leistung auswirken. (…) Leider ist der Traum von Millionen nicht in Erfüllung gegangen.“
USA
Yahoo Sports: „Das olympische Eiskunstlaufen erreichte am Donnerstagabend einen neuen Tiefpunkt, eine kalte Tragödie von Missbrauch und Schmerz spielte sich über dreieinhalb Stunden ab. Als es vorbei war, dominierten die Russinnen das Podium, die Eiskunstläuferinnen erreichten neue Höhepunkte in Anmut und Athletik, in einer Zeremonie wurden Medaillen an die verdienten Siegerinnen verteilt … und beinahe jede sah so elend aus, als ob sie bei einer Beerdigung eines Lieben seien.“ (DATEN: Der Zeitplan von Olympia 2022)
Washington Post: „Kamila Walijewas Qual wird das traurige Vermächtnis der Peking-Spiele sein. Diese werden für immer das Olympia sein, das eine 15-Jährige gequält hat. Nachdem die Ergebnisse da waren, wurde der wahre Preis des Dopingskandals – genau wie die fragwürdige Härte, die die große russische Rotationsrevolution uns gebracht hat – offenkundig.“
Nach den besorgniserregenden Bildern der Eiskunstlauf-Kür der 15-jährigen Kamila Walijewa hat sich Thomas Bach bestürzt über das Umfeld der Russin gezeigt.
Schweden
Aftonbladet: „Eine erwartete Betrugsdebatte ist eingefroren. Selbst das russische Führungsteam hätte es nicht besser inszenieren können. Kamila Walijewa verließ die Eisbahn mit ihrem Kuscheltier unter dem Arm und Verzweiflung in den Augen. Der aufsehenerregende Dopingskandal hätte in Peking kein besseres Ende nehmen können. Ein krankes Wettkampfklima, eine kranke olympische Bewegung, eine kranke russische Sportkultur, ein kranker Sport. Eiskunstlauf ist eine kranke Fabrik, die Kinder dopt. Wer denkt, Walijewa sei der Bösewicht, hat nichts verstanden.“
Großbritannien
Guardian: „Eine Frage hing im Capital Indoor Stadium, als Kamila Walijewas Kopf auf ihre Knöchel sank und der olympische Traum der größten Eiskunstläuferin der Geschichte schrecklich zu Boden stürzte. War es das alles wirklich wert? Die Verhandlungen und der weltweite Aufruhr der vergangenen Woche gingen weit über das hinaus, was eine 15-Jährige ertragen sollte.“ (DATEN: Alle Ergebnisse bei Olympia 2022)
Daily Mail: „Als alles vorbei war, nach dem Sturm und den Stürzen, verdeckte ein gebrochenes Kind ihr Gesicht und weinte. Kamila Walijewa hatte verloren und war verloren. (…) Vielleicht werden wir ein paar Antworten in der Zukunft finden. Wahrscheinlich nicht. Aber was wir wissen, ist, dass eine 15-Jährige am Donnerstagabend unter dem Gewicht eines weltweiten Skandals auf ihren Schultern begraben wurde.“
Der olympische Doping-Skandal um Kamila Walijewa könnte nach Darstellung der Anwälte der Eiskunstläuferin von der Medizin ihres Großvaters ausgelöst worden sein. Das sagte IOC-Mitglied Denis Oswald.
Frankreich
Le Figaro: „Fast fünf Minuten lang wurde die Welt live Zeuge des Zusammenbruchs einer 15 Jahre alten Eiskunstläuferin. Erdrückt vom Druck und den Folgen einer positiven Dopingkontrolle. Diese Spiele in Peking hätten die Thronbesteigung von Kamila Walijewa sein sollen. Die Krönung eines kometenhaften Aufstiegs (…). Alles deutete auf einen königlichen Weg nach Peking und einen ersten Olympia-Titel hin. Ehe ihr die Situation komplett entgleitete und ein riesiges Durcheinander ausbrach.“
L‘Équipe: „Das ist es also. Ein Zusammenbruch vor der ganzen Welt. (…) Ein Sturz, dann zwei. Das Gefühl, dass vier Minuten zu lang sind.“
Italien
Gazzetta dello Sport: „Sinkender Stern. Zusammenbruch von Walijewa. Und ihr vierter Platz bewahrt die Welt vor einer Peinlichkeit. Weil es keine Medaille mit Sternchen geben wird. Die 15-jährige Russin wird vom Dopingfall überrollt.“ (SERVICE: Der Medaillenspiegel)
Corriere della Sera: „Kamila zerbricht. Doppelsieg der Russinnen mit Psychodrama. Das traurigste Gold der Spiele von Peking geht an Russland. Kamila Walijewa zerbricht unter dem Druck der Medaille, die sie hätte gewinnen müssen. Kamila weint, während das Alter der Unschuld abrupt endet. Sie ist als Wunderkind in China angekommen und verlässt das Land beschmutzt als Ex-Ausnahmekönnerin.“
La Repubblica: „Die Tränen von Walijewa. Jetzt ist ihre Karriere ein Sprung ins Ungewisse. Sie patzt und stürzt, das russische Team feiert schon andere Stars. Es endet eines der traurigsten Kapitel der Olympischen Spiele so, wie es seit Tagen vorgeschrieben war.“
Die Olympischen Winterspiele 2022 finden vom 4. bis 20. Februar im chinesischen Peking statt. SPORT1 stellt die Sportstätten vor.
Spanien
El País: „Der Druck versenkt Kamila, die es nicht aufs Podium schafft. (…) In der vergifteten Luft von Peking begleitete der „Bolero“ nicht wie sonst üblich einen Triumphzug, sondern eher eine Art Requiem für Kamila Walijewa, deren Punktzahl nur für Platz vier reicht.“ (News: Alle aktuellen Infos zu Olympia 2022)
El Mundo Deportivo: „Die Russin hat ihre Teilnahme in China unter Tränen und ohne Medaille beendet mit einem Programm voller Fehler, das ihr keine Chance auf das olympische Podium ließ. Sie war Erste nach dem Kurzprogramm. Im Scheinwerferlicht wegen ihres positiven Dopingtests, inmitten des Krieges zwischen den verschiedenen Sportorganisationen wegen der anhaltenden Debatte über ihre Schuld oder Unschuld, hat Kamila Walijewa an die unausweichliche Realität erinnert: Sie ist immer noch ein erst 15 Jahre altes Mädchen.“