Bei einigen Vereinen brennt nach drei Spieltagen schon der Baum. Fehler in der Kaderplanung können aber erst im kommenden Winter korrigiert werden. Wer hat hier einen besonders großen Nachholbedarf?

Wie heißt es so schön, nicht nur im Casino? “Rien ne va plus!” Nichts geht mehr! Das Sommer-Transferfenster der Bundesliga für die Saison 2025/26 war vom 1. Juli bis zum 1. September 2025 geöffnet. Nun müssen die Vereine im deutschen Oberhaus bis zum Januar 2026 warten, um neue Transfers tätigen zu können.

Einige Klubs, wie die Bayern, die Kölner oder der FC St. Pauli, die gut in die neue Spielzeit gestartet sind, sind mit ihrem jetzigen Kader sicher auch zufrieden. Doch was ist mit den Teams, die einen Fehlstart hingelegt haben und jetzt schon unten drin stehen? Wer muss im Winter voraussichtlich noch mal dringend nachlegen?

Gladbach: Bei den Fohlen herrscht Alarmstufe Rot

An erster Stelle müssen wir hier Borussia Mönchengladbach nennen. Nach dem 0:4 am vergangenen Spieltag daheim gegen Bremen wurde Coach Gerardo Seoane entlassen. Zehn Spiele saisonübergreifend ohne Sieg und darunter fünf Ligapartien in Folge ohne Tor waren einfach zu viel. Doch den Trainer trifft sicher nicht die komplette Schuld am Fehlstart.

Die Fohlen müssen aktuell mit dem verletzten Tim Kleindienst und dem verkauften Ko Itakura auf zwei ganz wichtige Säulen der Vorsaison verzichten. Und Roland Virkus, der Geschäftsführer Sport, hat auf lange Sicht womöglich gar nicht so schlecht eingekauft. Das Problem ist aber: Es fehlen die Soforthilfen. Neuzugänge wie Giovanni Reyna, Shuto Machino, Jens Castrop, Kevin Diks oder Yannik Engelhardt brauchen Zeit.

Auch Mittelstürmer Haris Tabakovic, der als Kleindienst-Ersatz geholt wurde, ist im Gladbacher Spielsystem noch nicht angekommen. Die Qualität der Mannschaft hat sich kurzfristig nicht erhöht. So wird man am Niederrhein das Wintertransferfenster wohl sehnsüchtig erwarten.

Heidenheim: Der FCH bleibt sparsam und bescheiden

Auch in Heidenheim ging im Sommer mit Frans Krätzig (RB Salzburg), Paul Wanner (PSV Eindhoven) und Leo Scienza (FC Southampton) sehr viel Qualität verloren. Doch auf der Schwäbischen Alb schmeißt man deswegen nicht auf einmal mit Geld um sich. Coach Frank Schmidt setzt weiterhin aufs Kollektiv und auf Neuzugänge, die ins Mannschaftsgefüge passen. Der FCH steht aber als einziges Team nach drei Spieltagen noch ohne Punkt da.

Zudem fallen nun zwei weitere Stammspieler aus. Neuzugang Leart Pacarada riss sich am Wochenende im Spiel gegen den BVB das Kreuzband. Und Budu Zivzivadze, der auch im vergangenen Winter verpflichtet wurde, sah gegen Dortmund eine Rote Karte und steht dem Verein somit bis Mitte Oktober nicht zur Verfügung. Dadurch haben die Kaderplaner bis zum Winter einiges zu tun.

VfB Stuttgart: Wohin fließen die Woltemade-Millionen?

Man kann darüber diskutieren, ob man beim VfB mit einem Sieg und zwei Niederlagen in der Liga und dem Einzug in die 2. Runde des DFB-Pokal schon von einem Fehlstart sprechen muss. Die zwei Niederlagen bei Union Berlin (1:2) und beim SC Freiburg (1:3) kamen aber schon extrem enttäuschend zustande. Seit der Vizemeisterschaft 2023 baut die Mannschaft grundsätzlich langsam aber sicher ab.

Der 9. Platz am Ende der Vorsaison wurde nur durch den Pokalsieg kaschiert. Und in der laufenden Hinrunde wird es vor allem Angriff eng. Nick Woltemade wurde ja für eine Rekordsumme nach England verkauft. Die Verpflichtung von Hyeon-Gyu Oh als Nachfolger für Woltemade scheiterte auf der Ziellinie. Dann verletzte sich auch noch Deniz Undav. So ist aktuell Ermedin Demirovic der einzig verbliebene Strafraumstürmer.

Tiago Tomas oder Jamie Leweling fühlen sich eher auf dem Flügel wohl. Auch das Geld für den Verkauf von Enzo Millot, der für über 30 Mio. Euro nach Saudi-Arabien ging, wurde zum größten Teil noch nicht reinvestiert. Das Geld kann nun im Winter ausgegeben werden.

Freiburg: Die Neuzugänge müssen ihr Können noch unter Beweis stellen

Freiburg hatte mit null Punkten und 2:7 Toren aus den ersten beiden Partien einen krachenden Fehlstart in der Bundesliga hingelegt. Auch am 3. Spieltag sah es 80 Minuten lang nicht gut aus. Im Derby gegen den VfB lagen die Breisgauer mit 0:1 hinten. Durch drei Treffer in den letzten zehn Minuten holte der SCF am Ende aber doch noch den ersten Sieg. Der Kader weist allerdings weiterhin einige Baustellen auf.

So wurden die Abgänge von Merlin Röhl (Everton), Kiliann Sildillia (PSV Eindhoven) und Ritsu Doan (Frankfurt) noch nicht kompensiert. Die Zugänge Igor Matanovic, Cyriaque Irie und Yuito Suzuki müssen erst noch beweisen, dass sie ihre Ablöse wert sind. Da der Kader beim Sport-Club insgesamt qualitativ gut besetzt ist und die Uhren im Süden von Baden sowieso anders laufen, ist von Panik auch noch keine Spur.

Doch im Winter werden die Verantwortlichen sicher ganz genau auf den Transfermarkt schauen.