Der FC Bayern und Thomas Tuchel haben am Mittwoch verkündet, im Sommer getrennte Wege zu gehen. Bis zum Saisonende soll Tuchel weiterhin als Cheftrainer agieren, was Bundesliga-Ikone Felix Magath nicht nachvollziehen kann.

Der 70-Jährige zeigte sich in einem Interview mit watson verwundert über die Entscheidung des deutschen Rekordmeisters. „Mich wundert, dass die Bayern es so gelöst haben, dass Tuchel bis zum Saisonende bleiben kann. Wenn er das Verhältnis zu den Spielern verbessert, kann er die Situation gut lösen. Wenn aber im Grunde die Zusammenarbeit zwischen ihm und den Spielern ein Jahr nicht gut war, ist es sehr schwierig, dass in den verbleibenden Monaten hinzubekommen“, stellte Magath klar.

Magath: Tuchel-Trennung die logische Konsequenz

Die grundsätzliche Trennung von Tuchel überraschte Magath nicht, wie er fortführte. Sie sei nur die logische Konsequenz für die sportliche Entwicklung gewesen. „Die Entwicklung, die das Engagement die ganze Zeit genommen hatte, war zu schlecht. Die Auftritte der Bayern waren vor ihm schon schlecht, aber es ist durch ihn nicht viel besser geworden.“

Selbst Tuchel gab auf der Spieltagspressekonferenz vor Leipzig eine fehlende spielerische Weiterentwicklung im vergangenen Jahr zu, Magath räumte aber nicht nur dem Bayern-Cheftrainer die Hauptschuld ein. „Leider haben im modernen Fußball die Spieler oft zu viel Macht.“

Wie Magath erklärte, seien die Vereine daran aber selbst schuld: „Die Lösung wäre, dass die Vereine öfter, länger und glaubhaft dem Trainer eine starke Position geben. Ein Verein macht einen Trainer stark oder schwach und zwar, wie man ihn gegenüber den Spielern positioniert.“

Dem FC Bayern droht die erste titellose Saison seit 2012. In der Bundesliga beträgt der Abstand auf Rang eins zu Bayer 04 Leverkusen bereits elf Punkte, in der Champions League setzte es im Achtelfinal-Hinspiel bei Lazio Rom eine 0:1-Niederlage. Ein Nachfolger für Tuchel im Sommer steht noch nicht fest.